Geschäftsentwicklung LANXESS Konzern

  • Deutlicher, im Wesentlichen preisbedingter Umsatzrückgang um 8,7 %
  • Alle Regionen unter Vorjahresniveau
  • EBITDA vor Sondereinflüssen mit 735 Mio. € um rund 40 % gesunken
  • EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen bei 8,9 %
  • Konzernergebnis von minus 159 Mio. € deutlich belastet durch außerplanmäßige Abschreibungen von insgesamt 279 Mio. €, hiervon 257 Mio. € im Rahmen von Werthaltigkeitsprüfungen auf Ebene der Business Units in den Segmenten Performance Polymers und Performance Chemicals
Überblick Finanzkennzahlen    
 
in Mio. € 2012 2013 Veränd. in %
       
Umsatzerlöse 9.094 8.300 – 8,7
Bruttoergebnis vom Umsatz 2.106 1.548 – 26,5
EBITDA vor Sondereinflüssen 1.223 735 – 39,9
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen 13,4 % 8,9 %
EBITDA 1.186 624 – 47,4
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 847 288 – 66,0
Operatives Ergebnis (EBIT) 808 – 93 < – 100
EBIT-Marge 8,9 % – 1,1%
Finanzergebnis – 148 – 146 1,4
Ergebnis vor Ertragsteuern 660 – 239 < – 100
Konzernergebnis 508 – 159 < – 100
Ergebnis je Aktie (€) 6,11 – 1,91 < – 100
Vorjahreswerte angepasst.

Umsatz und Ergebnis

Konzernumsatz
Grafik: Konzernumsatz in Mio. €

Der Umsatz des LANXESS Konzerns lag im Berichtszeitraum mit 8.300 Mio. € um 8,7 % unter dem Wert des Vorjahres von 9.094 Mio. €. Die Ausweitung der Absatzmengen, die in einem Umsatzplus von 1,6 % resultierte, konnte dabei die Belastung durch niedrigere Verkaufspreise nicht kompensieren. Nach Bereinigung um negative Wechselkurseinflüsse sowie positive Portfolioeffekte sank der operative Umsatz um 6,9 %.

Umsatzeffekte
Grafik: Umsatzeffekte

Unser Segment Performance Polymers verzeichnete im Berichtsjahr mit 13,3 % einen deutlichen Umsatzrückgang und hatte somit wesentlichen Einfluss auf die negative Geschäftsentwicklung des Konzerns. Ausschlaggebender Faktor war der deutliche Rückgang der Verkaufspreise um 15,1 %, der im Wesentlichen durch rückläufige Rohstoffpreise sowie die herausfordernde Wettbewerbssituation bedingt war. Die insbesondere in der zweiten Jahreshälfte erfolgte Ausweitung der Absatzmengen um in Summe 3,5 % wirkte gegenläufig. Sie wurde unter anderem durch nun zusätzlich verfügbare Kapazitäten sowohl im Bereich der Hochleistungskautschuke als auch bei den Hightech-Kunststoffen gestützt. Eine nachteilige Wechselkursentwicklung führte zu einem Effekt von minus 2,0 % und glich einen positiven Portfolioeffekt von 0,3 % aus dem Erwerb der Bond-Laminates GmbH mehr als aus.

Das Segment Advanced Intermediates verzeichnete ein leichtes Umsatzminus von 1,6 %. Dabei kompensierten sich Preissteigerungen sowie der negative Verlauf der Absatzmengen. Letztere waren unter anderem charakterisiert durch gegenläufige Bewegungen in den Märkten für Farben und Lacke einerseits und Agrochemikalien andererseits. Belastend wirkte ein negativer Wechselkurseffekt von 1,5 %.

Unser Segment Performance Chemicals zeigte einen um 3,2 % schwächeren Umsatz. Dabei wirkten sich insbesondere negative Wechselkurseffekte von 3,0 % belastend aus, während die Verkaufspreise im Zeitablauf überwiegend stabil waren. Sich in der zweiten Jahreshälfte erholende Mengen führten zu einem Absatzvolumen leicht unter Vorjahresniveau. Ein geringfügig positiver Portfolioeffekt ergab sich aus den im Vorjahr sowie im Berichtszeitraum getätigten Akquisitionen, deren Aktivitäten den Business Units Rhein Chemie, Material Protection Products sowie Functional Chemicals zugeordnet wurden.

Umsatz nach Segmenten
 
in Mio. € 2012 2013 Veränd. in % Anteil am Konzernumsatz in %
         
Performance Polymers 5.176 4.486 – 13,3 54,1
Advanced Intermediates 1.674 1.647 – 1,6 19,8
Performance Chemicals 2.203 2.132 – 3,2 25,7
Überleitung 41 35 – 14,6 0,4
  9.094 8.300 – 8,7 100,0
 

In allen Absatzregionen waren die Umsätze rückläufig, insbesondere in den Regionen Nordamerika und Lateinamerika. Das Segment Performance Polymers war dabei in nahezu allen Märkten wesentlich betroffen, sowohl absolut als auch in relativen Größen. Die Entwicklung der Region Asien/Pazifik erwies sich mit einem Umsatzrückgang von 2,5 % als vergleichsweise robust.

Auftragsentwicklung

Für den Großteil unseres Geschäfts bestehen keine längerfristigen Vereinbarungen über feste Mengen und Preise. Es ist vielmehr durch langfristige Kundenbeziehungen sowie revolvierende Rahmenvereinbarungen geprägt. Unsere Aktivitäten richten sich nach bedarfsgesteuerten, zeitlich relativ kurzen Bestellungsvorläufen. Diese sind daher keine Basis für weiter in die Zukunft reichende Aussagen zum Beschäftigungsgrad oder Absatz. Maßgeblich für die Geschäftssteuerung sind stattdessen regelmäßige, konzernweite Erwartungsrechnungen für die operative Zielgröße des Konzerns. Weitere Erläuterungen hierzu finden sich im Abschnitt „Unternehmensspezifische Frühindikatoren“.

Ein Ausweis des Auftragsbestands des Konzerns zu einem gegebenen Stichtag ist daher für die Beurteilung der kurz- und mittelfristigen Ertragskraft nicht aussagefähig und unterbleibt an dieser Stelle.

Bruttoergebnis vom Umsatz

Die Kosten der umgesetzten Leistungen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 % auf 6.752 Mio. € und damit Prozentual schwächer als der Umsatz. Das Bruttoergebnis vom Umsatz sank um 558 Mio. € bzw. 26,5 % auf 1.548 Mio. €. Die Bruttomarge reduzierte sich entsprechend von 23,2 % auf 18,7 %. Ein wesentlicher Treiber hierfür war der Rückgang der Verkaufspreise über die sinkenden Einstandspreise für Rohstoffe, insbesondere Butadien, hinaus. Hinzu kamen steigende Fertigungskosten, unter anderem aufgrund von Inflation sowie der zusätzlich zur Verfügung stehenden Kapazitäten, im Wesentlichen im Segment Performance Polymers. Darüber hinaus belasteten in Summe negative Wechselkurseinflüsse die Bruttomarge. Gegenläufig wirkte die in der zweiten Jahreshälfte einsetzende Erholung der Absatzmengen, die in Summe in einem positiven Beitrag zum Bruttoergebnis resultierte. Leicht unterstützend wirkten die Portfolioeffekte aus den im Vorjahr und im Berichtsjahr erworbenen Geschäften. Die Auslastung der Kapazitäten lag angesichts der sich erst in der zweiten Jahreshälfte positiv entwickelnden Nachfrage, die zum Teil auch aus dem Abbau von Beständen bedient wurde, mit rund 78 % um 3 %-Punkte unter dem Wert des Vorjahres. Dies belastete das Ergebnis mit höheren Kosten für nicht genutzte Kapazitäten.

EBITDA und operatives Ergebnis (EBIT)

Die Vertriebskosten sanken im Geschäftsjahr 2013 um 8 Mio. € auf 755 Mio. € vor allem aufgrund geringerer Personalkosten.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten sanken um 3,1 % auf 186 Mio. €. Die Zahl der in diesem Bereich beschäftigten Mitarbeiter wuchs bis zum Jahresende deutlich auf 931 von 843 zum Vorjahresstichtag.

Die allgemeinen Verwaltungskosten sanken im Geschäftsjahr 2013 von 339 Mio. € auf 301 Mio. €. Grund dafür waren im Wesentlichen geringere Personalkosten. Der Anteil der Verwaltungskosten am Umsatz lag mit 3,6 % leicht unter dem Vorjahreswert von 3,7 %.

Das sonstige betriebliche Ergebnis, als Saldo von sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen, verschlechterte sich deutlich um 395 Mio. € auf minus 399 Mio. €. Bereinigt um Sondereinflüsse ergab sich ein Wert von minus 18 Mio. €, der somit um 53 Mio. € unter dem entsprechenden Vorjahreswert lag. Die Sondereinflüsse des Berichtsjahres von saldiert 381 Mio. € waren mit 111 Mio. € EBITDA-wirksam und betrafen im Wesentlichen das Maßnahmenprogramm „Advance“ zur segmentübergreifenden Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der Konzeption und Umsetzung von IT-Projekten. Die EBITDA-neutralen Sondereinflüsse in Höhe von 270 Mio. € betrafen im Wesentlichen außerplanmäßige Abschreibungen der Business Units Keltan Elastomers, High Performance Elastomers und Rubber Chemicals. Im Vorjahr fielen Sondereinflüsse von saldiert 39 Mio. € an, die in Höhe von 37 Mio. € EBITDA-wirksam waren. Diese standen vor allem im Zusammenhang mit Reorganisations- und Portfoliomaßnahmen sowie Aufwendungen für die Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur.

EBITDA vor Sondereinflüssen nach Segmenten
 
in Mio. € 2012 2013 Veränd. in %
       
Performance Polymers 817 389 – 52,4
Advanced Intermediates 305 286 – 6,2
Performance Chemicals 281 231 – 17,8
Überleitung – 180 – 171 5,0
  1.223 735 – 39,9
Vorjahreswerte angepasst.

Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) und Sondereinflüssen sank im Geschäftsjahr 2013 um 488 Mio. € bzw. 39,9 % auf 735 Mio. € nach 1.223 Mio. € im Vorjahr. Die Ergebnisverschlechterung war vor allem auf die über den Rückgang der Rohstoffpreise hinaus sinkenden Verkaufspreise sowie den im Wesentlichen produktionsbezogenen Kostenanstieg zurückzuführen. Belastend wirkten zudem die im Saldo negativen Wechselkurseinflüsse. Gegenläufige Effekte aus der positiven Mengenentwicklung sowie geringfügige Portfolioeffekte konnten den Rückgang des Ergebnisses nicht kompensieren. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen im Konzern lag bei 8,9 % nach 13,4 % im Vorjahr.

EBITDA und EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen
Grafik: EBITDA und EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen

Das EBITDA vor Sondereinflüssen unseres Segments Performance Polymers sank gegenüber dem Vorjahr um 428 Mio. € bzw. 52,4 %. Die positive Mengenentwicklung konnte die Auswirkung der niedrigeren Verkaufspreise nicht kompensieren. Belastet wurde das EBITDA vor Sondereinflüssen durch niedrigere Verkaufspreise, die infolge des zunehmenden Wettbewerbsdrucks über die Entlastung aus Rohstoffpreissenkungen hinaus zurückgingen. Darüber hinaus wirkten sich Vorratseffekte und die Wechselkursentwicklung sowie Anlaufkosten nachteilig aus. Das Segment Advanced Intermediates erzielte ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 286 Mio. € und lag damit um 6,2 % unter dem Wert von 305 Mio. € im Vergleichszeitraum. Während sich die Entwicklung von Rohstoff- und Verkaufspreiseffekten positiv auswirkte, belastete insbesondere die Entwicklung der Produktionskosten sowie der Wechselkurse. Das Segment Performance Chemicals verzeichnete einen Rückgang des EBITDA vor Sondereinflüssen um 50 Mio. € bzw. 17,8 % auf 231 Mio. €. Gestiegene Produktionskosten, rückläufige Absatzmengen sowie ein in Summe negativer Preiseffekt waren ausschlaggebend. Das EBITDA vor Sondereinflüssen in der Überleitung verbesserte sich um 9 Mio. € auf einen Wert von minus 171 Mio. €.

Die Überleitung vom EBITDA vor Sondereinflüssen zum operativen Ergebnis (EBIT) ergibt sich wie folgt:

Überleitung EBITDA vor Sondereinflüssen zum EBIT
 
in Mio. € 2012 2013 Veränd. in %
       
EBITDA vor Sondereinflüssen 1.223 735 – 39,9
Abschreibungen – 378 – 717 – 89,7
EBITDA-wirksame Sondereinflüsse – 37 – 111 < – 100
Operatives Ergebnis (EBIT) 808 – 93 < – 100
Vorjahreswerte angepasst.

Das operative Ergebnis (EBIT) sank im Berichtsjahr sehr deutlich von 808 Mio. € auf minus 93 Mio. €.

Überleitung EBIT zum Konzernergebnis
 
in Mio. € 2011 2013 Veränd. in %
       
Operatives Ergebnis (EBIT) 808 – 93 < – 100
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen 1 0 – 100,0
Zinsergebnis – 96 – 106 – 10,4
Sonstiges Finanzergebnis – 53 – 40 24,5
Finanzergebnis – 148 – 146 1,4
Ergebnis vor Ertragsteuern 660 – 239 < – 100
Ertragsteuern – 151 71 > 100
Ergebnis nach Ertragsteuern 509 – 168 < – 100
davon:      
auf andere Gesellschafter entfallend 1 – 9 < – 100
den Aktionären der LANXESS AG zustehend (Konzernergebnis) 508 – 159 < – 100
Vorjahreswerte angepasst.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2013 auf minus 146 Mio. € nach minus 148 Mio. € im Vorjahr. Das Ergebnis der at equity bewerteten Beteiligungen, im Wesentlichen der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), betrug 0 Mio. € nach 1 Mio. € im Vorjahr. Im Zinsergebnis lag der Zinsaufwand leicht über dem Vorjahresniveau. Entlastend wirkte, dass anteilige Fremdkapitalkosten, unter anderem im Rahmen der Errichtung der neuen Butylkautschuk-Anlage in Singapur, aktiviert wurden. Der aktivierte Betrag sank im Vorjahresvergleich und konnte somit gesunkene Zinserträge nicht kompensieren. In Summe lag das Zinsergebnis mit minus 106 Mio. € um 10 Mio. € unter dem Vorjahr. Das sonstige Finanzergebnis enthielt eine Abschreibung des Beteiligungsbuchwerts an der BioAmber Inc., Minneapolis (USA), in Höhe von 6 Mio. € infolge der Aktienkursentwicklung der Gesellschaft. Im Vorjahr war dort eine aus den gleichen Gründen vorgenommene Abschreibung des Beteiligungsbuchwerts an der Gevo Inc., Englewood (USA), in Höhe von 18 Mio. € enthalten.

Ergebnis vor Ertragsteuern

Aufgrund der Entwicklung des operativen Ergebnisses verschlechterte sich das Ergebnis vor Ertragsteuern um 899 Mio. € auf minus 239 Mio. €.

Ertragsteuern

Im Geschäftsjahr 2013 ergab sich ein Ertrag aus Ertragsteuern in Höhe von 71 Mio. € nach einem Aufwand von 151 Mio. € im Vorjahr. Die Steuerquote betrug 29,7 % gegenüber 22,9 % in der Vergleichsperiode.

Konzernergebnis/Ergebnis je Aktie/Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen

Das Konzernergebnis lag mit minus 159 Mio. € um 667 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Auf andere Gesellschafter entfiel ein Ergebnisanteil von minus 9 Mio. €.

Bei einer unveränderten Zahl umlaufender LANXESS Aktien lag das Ergebnis je Aktie mit minus 1,91 € sehr deutlich unter dem Wert des Vorjahres von 6,11 €.

Das Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen lag bei 1,37 € nach 6,44 € im Vorjahr. Die Ermittlung erfolgte ausgehend vom Ergebnis je Aktie unter Berücksichtigung der Sondereinflüsse sowie darauf entfallender Steuereffekte. Die Sondereinflüsse im Berichtsjahr betrugen 381 Mio. € nach 39 Mio. € im Vorjahreszeitraum.