Für den Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse

Das Geschäftsjahr 2013 stand unter dem Einfluss anhaltender Konsolidierungszwänge staatlicher Budgets in weiten Teilen Europas sowie wiederkehrender Unsicherheit über die Entwicklung öffentlicher Ausgaben in den Vereinigten Staaten im Zusammenhang mit der Verschuldungsgrenze. Hinzu kamen teilweise deutliche Veränderungen der Wechselkurse zwischen den für den Welthandel bedeutenden Währungen Euro, US-Dollar und japanischer Yen, die im Zusammenhang mit der expansiven Geldpolitik auftraten.

Die öffentlichen und teilweise auch privaten Konsolidierungsbemühungen führten in den Industrienationen zu eher verhaltenen Wachstumsraten bestimmter Kundenindustrien, zum Beispiel Automobil und Reifen. Hieraus ergaben sich entsprechende Rückwirkungen auf die Industrieproduktion in den Schwellenländern.

Das Marktumfeld wirkte sich auf die grundlegenden Preisstrukturen insbesondere in unserem Segment Performance Polymers aus. Grundsätzlich führte die rückläufige Entwicklung der Beschaffungskosten für Schlüsselrohstoffe, insbesondere für Butadien, zu entsprechenden Anpassungen unserer Verkaufspreise. Strukturelle Veränderungen in der Preisgestaltung entwickelten sich darüber hinaus, weil neben neuen Anbietern auch bereits etablierte Anbieter bestehende Kapazitäten für bestimmte Produkte erweiterten, und somit das bisherige Angebotsgefüge veränderten. Die regional unterschiedliche Entwicklung des Butadienpreises sowie die starke Abwertung des japanischen Yen gegenüber dem Euro und dem US-Dollar führten unterjährig zu Wettbewerbsvorteilen asiatischer bzw. japanischer Produzenten. Dies führte zu partiell verstärkten Lieferströmen im Kautschukbereich aus dem asiatischen Raum, die in allen Regionen weiteren Preisdruck auslösten. Im Geschäft mit EPDM-Kautschuken ergaben sich aufgrund wachsender Produktionskapazitäten und der Schiefergasgewinnung in den USA strukturelle Marktänderungen. Die wachsenden Kapazitäten führten zu zunehmendem Preisdruck, gleichzeitig verschlechterte sich die Wettbewerbsposition gegenüber amerikanischen Produzenten, die durch Schiefergas über eine günstigere Rohstoff- und Energieversorgung verfügen. Darüber hinaus waren die Produktionskosten des Berichtsjahres durch die Anlaufkosten in der Business Unit Butyl Rubber im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme unserer Butylkautschuk-Anlage in Singapur (Singapur) sowie in anderen Business Units des Segments neu in Betrieb genommener Kapazitäten zusätzlich belastet.

Die anhaltende Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen stabilisierte unseren Absatz im Bereich der Agrochemikalien.

Die Entwicklung der Branchen Automobil und Reifen wirkte sich auch auf den Geschäftsverlauf des Segments Performance Chemicals aus. Aufgrund der breiten Diversifikation dieses Segments in andere Branchen hinein waren diese Belastungen jedoch nicht so offensichtlich.

Sämtliche Regionen waren von Umsatzrückgängen betroffen. Am robustesten zeigte sich die Region Asien/Pazifik, die sich mit einem niedrigen einstelligen Prozentrückgang von der Entwicklung der anderen Berichtsregionen absetzen konnte. Bereinigt um Wechselkurs- und Portfolioeffekte verzeichnete die Region Nordamerika den deutlichsten Geschäftsrückgang.

Aus Veränderungen im Wettbewerbsumfeld ergaben sich zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses negative Auswirkungen auf die in der Zukunft erwarteten Mittelzuflüsse. Da diese Mittelzuflüsse bei einzelnen Business Units nicht mehr die jeweiligen damaligen Buchwerte widerspiegelten, ergaben sich im Berichtsjahr im Rahmen von Werthaltigkeitsprüfungen außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 257 Mio. €, die als entsprechender EBITDA-neutraler Sonderposten im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst wurden. Die Abschreibungen betreffen mit 174 Mio. € bzw. 54 Mio. € unsere Business Units Keltan Elastomers bzw. High Performance Elastomers (Segment Performance Polymers) sowie mit 29 Mio. € unsere Business Unit Rubber Chemicals (Segment Performance Chemicals). Daneben fielen weitere außerplanmäßige Abschreibungen von 22 Mio. € an, von denen 13 Mio. € als Sonderposten ausgewiesen wurden.