Vergütung des Vorstands

Die Struktur des Vergütungssystems und die Höhe der Vergütungen der Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat festgelegt. Die Angemessenheit der Vergütung wird regelmäßig überprüft. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden insbesondere die Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die nachhaltige Entwicklung des LANXESS Konzerns sowie die Üblichkeit der Vergütung bei vergleichbaren Unternehmen und die Vergütungsstruktur innerhalb des Unternehmens, wobei auch das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und zur Belegschaft sowohl insgesamt als auch in der zeitlichen Entwicklung berücksichtigt wird. Die Vergütungsstruktur ist ferner darauf ausgerichtet, dass sie am internationalen Markt für hoch qualifizierte Führungskräfte wettbewerbsfähig ist und Anreize für eine erfolgreiche Arbeit zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung setzt.

Das Vergütungssystem, das für die Mitglieder des Vorstands seit dem Geschäftsjahr 2010 gilt, wurde von der Hauptversammlung der LANXESS AG am 28. Mai 2010 gebilligt. Es fand beim Abschluss aller Dienstverträge mit den Mitgliedern des Vorstands Anwendung.

Die Bestandteile der Vergütung der Mitglieder des Vorstands sind die feste Jahresvergütung, die variablen Vergütungskomponenten Annual Performance Payment, Long Term Incentive Plan/Long Term Stock Performance Plan und Long Term Performance Bonus sowie die Altersversorgung. Die drei variablen Komponenten orientieren sich am jährlichen und insbesondere am mehrjährigen Erfolg von LANXESS. Der Vergütungsmix bei Annahme einer 100 %igen Zielerreichung ist mit 31 % fester Jahresvergütung und 69 % variablen Komponenten stark am unternehmerischen Erfolg und an einer langfristigen Wertsteigerung orientiert. Die laufenden Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder weisen neben der Festvergütung betragsmäßige Höchstgrenzen für die variablen Vergütungsteile auf. Eine darüber hinausgehende, gesonderte Begrenzung der Gesamtvergütung auch unter Einschluss eines möglichen Ermessensbonus sehen sie nicht vor.

Vergütungsmix Vorstandsbezüge
 
in %  
Feste Jahresvergütung 31
Annual Performance Payment 35
Long Term Incentive Plan/Long Term Stock Performance Plan 20
Long Term Performance Bonus 14
  100
 

Feste Jahresvergütung

Die erfolgsunabhängige Komponente umfasst die feste Jahresvergütung sowie Sachbezüge, die sich im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Regelwerken zu berücksichtigenden Werten, wie z. B. für die Nutzung von Dienstwagen, ergeben. Die feste Jahresvergütung der Vorstandsmitglieder ist marktorientiert und an der Vergütung vergleichbarer Unternehmen ausgerichtet. Der Gesamtbetrag der erfolgsunabhängigen Bezüge belief sich für das Geschäftsjahr 2013 auf 3.124 T€ (Vorjahr: 2.678 T€).

Variable Vergütung

Die jährliche erfolgsabhängige Komponente der variablen Vergütung ist das Annual Performance Payment (APP). Es bemisst sich nach wirtschaftlichen Unternehmenszielen und weiteren Bedingungen, die der Aufsichtsrat vor Beginn des jeweiligen Geschäftsjahrs festgelegt hat, wie z. B. dem Erreichen bestimmter EBITDA-Ziele des Konzerns. Bei 100 %iger Zielerreichung entspricht es 115 % der festen Jahresvergütung. Die maximale Höhe ist auf Auszahlung von 200 % dieser variablen Vergütungskomponente beschränkt. Die im Geschäftsjahr 2013 gewährten Bezüge aus dem erfolgsabhängigen APP beliefen sich auf 1.653 T€. Die tatsächliche Auszahlung im Jahr 2014 kann von diesem im Voraus berechneten Betrag abweichen.

Weiteres Element der variablen Vergütung ist der sogenannte Long Term Incentive Plan (LTIP). Diese Vergütungskomponente bemisst sich an der Kursentwicklung der LANXESS Aktie im Vergleich zum Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM als Referenzindex. Der LTIP berücksichtigt die vom Gesetzgeber geforderte stärkere Ausrichtung am mehrjährigen Unternehmenserfolg. Der LTIP erstreckt sich ab dem Startzeitpunkt 2008 über drei jeweils dreijährige Tranchen. Die Teilnahme erforderte ein Eigeninvestment in Aktien der LANXESS AG in Höhe von jährlich 13 % der festen Jahresvergütung. Diese Aktien sind für insgesamt fünf Jahre gesperrt. Zahlungen aus dem LTIP erfolgen ausgehend vom jeweiligen Startzeitpunkt erstmals nach drei Jahren, soweit definierte Bedingungen eingetreten sind. Bei einer 100 %igen Zielerreichung steht pro Tranche eine Auszahlung in Höhe von 50 % des individuellen Zieleinkommens an. Das Zieleinkommen ergibt sich aus der festen Jahresvergütung zuzüglich des APP unter Annahme einer 100 %igen Zielerreichung.

Der LTIP wurde mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2010 durch die Zusage von zwei anderen langfristigen variablen Vergütungskomponenten abgelöst. Es handelt sich hierbei um den Long Term Stock Performance Plan (LTSP) und den Long Term Performance Bonus (LTPB).

Der LTSP erstreckt sich über vier jeweils vierjährige Tranchen und basiert weiterhin auf der Entwicklung der LANXESS Aktie im Vergleich zum Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM als Referenzindex. Im Vergleich zum bisherigen LTIP wurde bei diesem neuen Programm die mögliche Auszahlung pro Tranche bei Annahme einer 100 %igen Zielerreichung von 50 % auf 30 % des individuellen Zieleinkommens abgesenkt. Die Teilnahme am LTSP erfordert ein Eigeninvestment in Aktien der LANXESS AG in Höhe von jährlich 5 % der festen Jahresvergütung. Diese Aktien sind für durchschnittlich fünf Jahre gesperrt.

Im Übrigen wird, insbesondere hinsichtlich der angesetzten Bewertungsparameter, auf die im Anhang unter Textziffer [14] erfolgten Angaben verwiesen.

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Vergütung des Vorstands
 
in T €   Erfolgsunabhängige Vergütung Erfolgsbezogene Vergütung   Bezüge aus gewährten LTSP-Anrechten  
 
  Jahr Festvergütung Sachbezüge und sonstige Jahrestantieme1) Zahlung für Vorjahre2) LTPB (mehrjährig)3) Barvergütung gesamt Stück Beizulegende Zeitwerte Gesamt-
vergütung
                     
Dr. Axel C. Heitmann 2013 1.000 130 615 4) 34 323 2.102 596.625 328 2.430
2012 900 119 1.798 320 703 3.840 564.375 282 4.122
Dr. Werner Breuers 2013 613 51 346 5) 0 218 1.228 322.500 177 1.405
2012 500 54 972 200 380 2.106 322.500 161 2.267
Dr. Bernhard Düttmann 2013 613 57 346 5) 0 218 1.234 322.500 177 1.411
2012 500 61 972 110 380 2.023 322.500 161 2.184
Dr. Rainier van Roessel 2013 613 47 346 5) 0 218 1.224 322.500 177 1.401
2012 500 44 972 200 380 2.096 322.500 161 2.257
Summe 2013 2.839 285 1.653 34 977 5.788 1.564.125 859 6.647
2012 2.400 278 4.714 830 1.843 10.065 1.531.875 765 10.830
1) Auszahlung in 2013 bzw. 2014.
2) Auszahlung in 2012 bzw. 2013.
3) Auszahlung zu jeweils 50 % in 2014 bzw. 2015.
4) Die Jahrestantieme wurde um einen freiwilligen Verzicht von 6 % der Festvergütung reduziert.
5) Die Jahrestantieme wurde um einen freiwilligen Verzicht von 10 % der Festvergütung reduziert.

Da die beizulegenden Zeitwerte der LTSP-Anrechte, die bereits zum Jahresanfang bestanden, deutlich zurückgegangen sind, ergab sich im Geschäftsjahr 2013 ein Nettoertrag (Vorjahr: Aufwand) aus der anteilsbasierten Vergütung. Hiervon betreffen 385 T€ (Vorjahr: 1.726 T€) die Herrn Dr. Heitmann gewährten Anrechte, 56 T€ (Vorjahr: 118 T€) die Anrechte von Herrn Dr. Düttmann und jeweils 223 T€ (Vorjahr: 991 T€) die Anrechte der Herren Dr. Breuers und Dr. van Roessel.

Der LTPB als dritte variable Komponente berücksichtigt ebenfalls eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. Zielerreichungen werden erst nach zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren honoriert. Bemessungsgrundlage ist die jeweilige APP-Zielerreichung der zu berücksichtigenden Geschäftsjahre. Die konkrete Höhe des LTPB ergibt sich aus dem Durchschnitt der APP-Zielerreichungen der beiden Geschäftsjahre. Unter der Annahme einer durchschnittlichen APP-Zielerreichung von 100 % beträgt der LTPB 45 % der festen Jahresvergütung. Die für die Geschäftsjahre 2012 und 2013 (Vorjahr: 2011 und 2012) berücksichtigten Bezüge aus dem erfolgsabhängigen LTPB beliefen sich auf 977 T€ (Vorjahr: 1.843 T€). Die tatsächliche Auszahlung in 2014 bzw. 2015 kann von diesen im Voraus berechneten Beträgen abweichen.

Altersversorgung

Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden den Mitgliedern des Vorstands Leistungen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung gewährt. Dabei handelt es sich um Leistungen, die bei Erreichen der Altersgrenze von 60 Lebensjahren, im Falle der dauerhaften Arbeitsunfähigkeit und im Todesfall an die Hinterbliebenen erbracht werden.

Bei der Altersversorgung für die Mitglieder des Vorstands handelt es sich um einen beitragsorientierten Pensionsplan, der einen von der Gesellschaft zu erbringenden Grundbeitrag in Höhe von jeweils 25 % der Festvergütung (Funktionseinkommen) und des APP vorsieht. Für den auf das APP bezogenen Beitrag wird ab dem Geschäftsjahr 2013, unabhängig von der tatsächlichen Zielerreichung, maximal der Betrag einer 100 %igen Zielerreichung zugrunde gelegt. Darüber hinaus ist von den Vorstandsmitgliedern ein Eigenbeitrag aus Entgeltumwandlung in Höhe von 12,5 % des APP zu leisten. Dieser Eigenbeitrag kann von den Vorstandsmitgliedern auf bis zu 25 % des APP erhöht werden. Im Versorgungsfall können bis zu 30 % des verzinslich angesammelten Kapitals in eine Rentenleistung umgewandelt werden. Aus Regelungen vor 2006 resultieren Ansprüche, die für einzelne Vorstandsmitglieder als Besitzstände gewahrt werden. Bei Beendigung des Dienstverhältnisses vor Erreichen der Altersgrenze von 60 Lebensjahren erbringt die Gesellschaft bestimmte Zusatzbeiträge bis zu einer festgelegten Höchstgrenze.

Für die Ansprüche der Vorstandsmitglieder hat die Gesellschaft Rückstellungen gebildet. Die hierfür nach den Rechnungslegungsvorschriften der IFRS ermittelten Kosten der erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) beliefen sich im Konzernabschluss 2013 auf insgesamt 1.264 T€ (Vorjahr: 815 T€). Der Barwert des Verpflichtungsumfangs für die zum 31. Dezember 2013 aktiven Vorstände lag bei 21.740 T€ (Vorjahr: 18.248 T€). Die Kosten für die im Jahr 2013 erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) bzw. der Barwert des Verpflichtungsumfangs zum 31. Dezember 2013 einschließlich erworbener Besitzstände betragen nach den Rechnungslegungsgrundsätzen der IFRS für Herrn Dr. Heitmann 376 T€ bzw. 12.743 T€ (Vorjahr: 257 T€ bzw. 10.924 T€), für Herrn Dr. Breuers 376 T€ bzw. 2.323 T€ (Vorjahr: 271 T€ bzw. 2.173 T€), für Herrn Dr. Düttmann 394 T€ bzw. 1.584 T€ (Vorjahr: 204 T€ bzw. 944 T€) und für Herrn Dr. van Roessel 118 T€ bzw. 5.090 T€ (Vorjahr: 83 T€ bzw. 4.207 T€).

Die nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB ermittelten Kosten der erworbenen Versorgungsansprüche beliefen sich im Jahresabschluss 2013 auf insgesamt 3.470 T€ (Vorjahr: 2.199 T€). Der Barwert des Verpflichtungsumfangs für die zum 31. Dezember 2013 aktiven Vorstände lag bei 18.565 T€ (Vorjahr: 15.095 T€). Der Barwert des Verpflichtungsumfangs zum 31. Dezember 2013 einschließlich erworbener Besitzstände beträgt nach den Rechnungslegungsgrundsätzen des HGB für Herrn Dr. Heitmann 10.712 T€ (Vorjahr: 8.882 T€), für Herrn Dr. Breuers 2.028 T€ (Vorjahr: 1.850 T€), für Herrn Dr. Düttmann 1.348 T€ (Vorjahr: 769 T€) und für Herrn Dr. van Roessel 4.477 T€ (Vorjahr: 3.594 T€).

Der Verpflichtungsumfang für frühere Mitglieder des Vorstands lag zum 31. Dezember 2013 nach den Rechnungslegungsvorschriften der IFRS bei 11.578 T€ (Vorjahr: 11.411 T€) und nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB bei 9.734 T€ (Vorjahr: 9.313 T€).

An ehemalige Vorstandsmitglieder erfolgten Zahlungen von 308 T€ (Vorjahr: 479 T€).

Der Vorstand verfügte im Geschäftsjahr 2013 über eine spezielle Absicherung für definierte, unternehmensseitig veranlasste Vertragsbeendigungen, die zu einem Ausscheiden führen, bzw. für den Fall einer wesentlichen Veränderung in der Kontrolle über das Unternehmen (Change of Control). Die Konditionen richteten sich nach dem jeweiligen Sachverhalt und beinhalteten unabhängig von der Restlaufzeit des Anstellungsvertrags Abfindungsleistungen in Höhe von bis zu zwei, im Falle des Kontrollwechsels drei festen Jahresvergütungen zuzüglich des APP und LTPB bei Annahme einer 100 %igen Zielerreichung.

Weitergehende Leistungen für den Fall der Beendigung der Tätigkeit sind keinem Vorstandsmitglied zugesagt worden. Kein Mitglied des Vorstands hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Leistungen oder entsprechende Zusagen von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied erhalten.

Im Geschäftsjahr 2013 wurden keine Kredite an Mitglieder des Vorstands gewährt.