Voraussichtliche Entwicklung der Rahmenbedingungen

Allgemeine Rahmenbedingungen

LANXESS rechnet damit, dass sich das globale Wachstum 2014 im Vergleich zum Vorjahr beschleunigen und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,0 % steigen wird. In den Industriestaaten gehen wir von besseren Wachstumsaussichten im Vergleich zum Vorjahr aus. So nehmen wir auch für die Eurozone eine Erholung an, auch wenn Risikofaktoren wie die Staatsverschuldung infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise hier nach wie vor bestehen bleiben. Für Westeuropa sehen wir deshalb ein leichtes Wachstum von 1,0 %. In Mittel- und Osteuropa schätzen wir das Wachstum etwas höher ein und gehen hier für 2014 von 2,5 % aus. Für die NAFTA-Region erwarten wir ebenfalls eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr und nehmen hier ein BIP-Wachstum von 2,5 % an. Wir gehen davon aus, dass insbesondere die USA angesichts eines verbesserten Umfelds im Bausektor sowie einer anziehenden Industrieproduktion zu diesem Wachstum beitragen können.

Für die Schwellenländer sehen wir im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls bessere Wachstumsperspektiven. Der chinesische Wirtschaftsraum sollte 2014 von der langsamen Erholung der Exportmärkte profitieren können, sein Wachstum dürfte aber mit 7,5 % noch vergleichsweise verhalten ausfallen. Für Indien prognostizieren wir ebenfalls eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation bei mittelfristig noch gedämpfter Dynamik. Im Jahr 2014 könnte das Wachstum in Indien so 5,5 % erreichen. Brasilien wird aus unserer Sicht im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls ein dynamischeres Wachstum aufweisen und um 3,0 % zulegen.

Neben den genannten Risiken in Europa bestehen auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern Risiken, die das globale Wachstum im Jahr 2014 beeinflussen können. Hierzu zählt die politische Instabilität in Thailand, aber auch die mögliche weitere Eskalation im Inselstreit zwischen China und Japan. Ein zusätzlicher Risikofaktor ergibt sich aus einer Eskalation in den geopolitischen Krisenregionen wie Syrien oder Korea.

Erwartetes BIP-Wachstum
 
Reale Veränderung
gegenüber Vorjahr (%)1)
Bruttoinlandsprodukt
     
2014 2015 2016 –2018
       
Amerika 2,5 3,5 3,5
NAFTA 2,5 3,0 3,0
Lateinamerika 3,5 4,0 4,0
EMEA 2,0 2,5 2,5
Deutschland 2,0 2,0 1,5
Westeuropa 1,0 1,5 1,5
Mittel-/Osteuropa 2,5 3,5 4,0
Asien/Pazifik 4,5 5,0 4,5
Welt 3,0 3,5 3,5
1) Gerundet auf 0,5 %.
Anmerkung: Daten basieren auf Erwartungen i. W. vom Januar 2014 des IHS Global Insight.

Künftige Entwicklung der chemischen Industrie

Vor dem Hintergrund der möglichen weltweiten wirtschaftlichen Erholung gehen wir auch für die Produktion in der Chemieindustrie von einer besseren Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr aus. Wir erwarten hier für 2014 ein Wachstum von 4,0 %. Insbesondere die aufstrebenden Volkswirtschaften werden aus unserer Sicht zum Wachstum beitragen. Für den chinesischen Wirtschaftsraum rechnen wir mit einem leicht unter dem Vorjahresniveau liegenden Wachstum von 7,5 %. Indien wird unserer Einschätzung zufolge um 7,0 % wachsen und damit stärker als im Vorjahr. Für den NAFTA-Raum erwarten wir mit 3,0 % ein Wachstum im Rahmen des Vorjahres. Die Produktion in Westeuropa wird sich aus unserer Sicht mit plus 1,0 % nur leicht erhöhen, Mittel- und Osteuropa sollten mit 3,0 % dagegen etwas stärker wachsen.

Erwartetes Wachstum Chemieproduktion
 
Reale Veränderung
gegenüber Vorjahr (%)1)
Chemieproduktion
     
2014 2015 2016 –2018
       
Amerika 3,0 3,0 3,5
NAFTA 3,0 2,5 4,0
Lateinamerika 4,0 3,5 3,5
EMEA 1,5 2,5 2,5
Deutschland 1,5 1,5 1,0
Westeuropa 1,0 1,5 1,5
Mittel-/Osteuropa 3,0 4,0 3,5
Asien/Pazifik 6,0 7,0 6,0
Welt 4,0 4,5 4,5
1) Gerundet auf 0,5 %.
Anmerkung: Daten basieren auf Erwartungen i. W. vom Januar 2014 des IHS Global Insight.

Künftige Entwicklung der Absatzmärkte

Für die globale Reifenindustrie prognostizieren wir im Vergleich zum Vorjahr eine weitere leichte Produktionssteigerung und gehen von einem Wachstum um 4,0 % aus. Regionaler Schwerpunkt wird aus unserer Sicht Asien mit einem Plus von 5,5 % sein. Der chinesische Wirtschaftsraum sollte hier mit 8,0 % zum Wachstum beitragen können, in der ASEAN-Region dürfte sich die Produktion ebenfalls deutlich steigern. Analog zu den asiatischen Märkten erwarten wir auch für Brasilien ein Wachstum um 5,5 %. Im NAFTA-Raum sehen wir im Vergleich zum Vorjahr eine Erholung und eine Produktionssteigerung um 3,0 %. Eine deutlich negative Entwicklung – und damit eine weitere Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahr – wird es unserer Einschätzung nach in Westeuropa geben. Hier sehen wir einen Rückgang von 5,5 % voraus.

In der Automobilindustrie gehen wir für 2014 von einem dynamischeren Wachstum im Vergleich zum Vorjahr aus. Insgesamt prognostizieren wir für die Produktion von Automobilen ein globales Wachstum von 5,0 %, das aber regional sehr unterschiedlich ausfallen sollte. Die höchste Dynamik erwarten wir auch hier mit einem Plus von 7,0 % in Asien. Wachstumstreiber bleiben dort aus unserer Sicht der chinesische Wirtschaftsraum mit einer Steigerung von 11,5 % und der ASEAN-Raum mit einem Zuwachs von 11,0 %. Die Autoproduktion in Brasilien könnte 2014 um 4,0 % wachsen. Im NAFTA-Raum gehen wir von einer mit plus 3,0 % im Vergleich zum Vorjahr etwas schwächeren Entwicklung aus. In Westeuropa erwarten wir erneut einen Produktionsrückgang, der sich mit 2,0 % leicht über dem Niveau des Vorjahres bewegen sollte und damit seine Talsohle erreichen könnte. Dagegen wird für Mittel- und Osteuropa eine Zunahme der Produktion um 7,5 % erwartet.

Der Markt für Agrochemikalien wird aus unserer Sicht mit 3,0 % weiterhin robust wachsen, aber nicht mehr ganz das hohe Vorjahresniveau erreichen können. Lateinamerika sollte 2014 mit plus 4,0 % die Region mit dem stärksten Zuwachs werden. Für Asien und den NAFTA-Raum sehen wir ein durchschnittliches Wachstum von jeweils 3,0 %, das damit in beiden Regionen – besonders aber im NAFTA-Raum – unter dem Vorjahresniveau liegen sollte. Für Europa sagen wir mit 1,0 % erneut ein leichtes Wachstum auf Vorjahresniveau voraus. Wesentlicher Treiber für das Wachstum von Agrochemikalien wird unserer Einschätzung zufolge die Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln bleiben.

Die Bauindustrie sollte 2014 im Vergleich zum Vorjahr dynamischer wachsen können und weltweit um 4,0 % zulegen. Die Nachfrage sehen wir mit einer Zunahme um 6,0 % insbesondere aus Asien kommen. Vor allem der chinesische Wirtschaftsraum und Indien sollten hier zum Wachstum beitragen. In der NAFTA-Region wird sich aus unserer Sicht die Erholung fortsetzen und es könnte ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erreicht werden. Europa wird hingegen voraussichtlich nur ein leichtes Wachstum erzielen. Hier sehen wir insbesondere für Mittel- und Osteuropa wieder eine zunehmende Dynamik.

Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen
 
Reale Veränderung
gegenüber Vorjahr (%)1)
Reifen Automobil Agrochemikalien Bauindustrie
 
  2014 2015 2016 –
2018
2014 2015 2016 –
2018
2014 2015 2016 –
2018
2014 2015 2016 –
2018
Amerika 3,0 4,0 0,5 3,5 4,5 3,0 3,5 3,0 5,0 6,5 6,5 3,0
NAFTA 3,0 3,0 – 1,0 3,0 4,0 2,5 3,0 2,5 6,0 7,0 7,0 3,5
Lateinamerika 3,0 7,0 5,0 4,5 6,0 4,5 4,0 3,0 4,0 4,0 5,5 3,0
EMEA – 0,5 – 0,5 1,5 3,0 4,0 5,0 2,5 3,0 3,0 1,0 2,0 2,0
Deutschland 0,0 0,5 0,0 – 2,0 1,5 2,5 1,0 0,5 0,5 2,0 2,0 1,0
Westeuropa – 5,5 – 7,5 – 2,5 – 2,0 2,0 4,5 1,0 1,5 1,5 0,0 1,0 1,5
Mittel-/Osteuropa 4,5 4,5 4,5 7,5 6,5 5,0 1,5 2,5 2,5 2,5 4,0 3,0
Asien/Pazifik 5,5 7,0 6,5 7,0 7,5 6,0 3,0 3,5 3,5 6,0 6,5 5,5
Welt 4,0 4,5 4,5 5,0 6,0 5,0 3,0 3,0 3,5 4,0 5,0 4,0
1) Gerundet auf 0,5 %.
Anmerkung: Daten basieren auf Erwartungen i. W. vom Januar 2014 des IHS Global Insight, LMC und weiteren Quellen.