Prognosebericht

Erwartete Ertragslage LANXESS Konzern

Nach dem sehr herausfordernden Geschäftsjahr 2013 gehen wir für das laufende Jahr derzeit von einer leichten Steigerung unserer zentralen Steuerungsgröße EBITDA vor Sondereinflüssen aus. Allein die Entlastungen aus dem Wegfall von Einmaleffekten, wie z. B. Anlaufkosten oder rohstoffpreisbedingte Bestandsabwertungen, sollten zu dieser Verbesserung beitragen, selbst wenn die Verkaufspreise auf niedrigem Niveau bleiben sollten.

Wir erwarten zum jetzigen Zeitpunkt keine merklichen Impulse aus dem prognostizierten Wachstum der Weltwirtschaft für unsere Ergebnisentwicklung. Bestehende Unsicherheiten, wie die Entwicklung von Marktkapazitäten bei synthetischem Kautschuk, die Staatsverschuldung in Europa sowie weltweite politische Krisen, können sich im Jahresverlauf auf die wirtschaftliche Dynamik und damit auf unser Unternehmen auswirken.

Für unsere drei Segmente mit insgesamt 14 Business Units gehen wir vor dem Hintergrund der für den Konzern gegebenen Ergebniserwartung von folgender Entwicklung aus. Die erwartete unterschiedliche Entwicklung in den Segmenten basiert auf den verschiedenen zugrunde liegenden globalen Megatrends und greift zudem Veränderungen des Marktumfelds auf.

Für das Segment Performance Polymers erwarten wir in 2014 aus den für das Segment zentralen Kundenindustrien Automobil und Reifen eine leichte Nachfrageverbesserung im Vergleich zum niedrigen Nachfrageniveau des Vorjahres.

Die dynamischste Entwicklung prognostizieren wir hier für die asiatischen Wachstumsmärkte China und Indien. Europa kann aus unserer Sicht nur geringe Nachfrageimpulse setzen. In der Reifenindustrie könnten das Ende 2011 beschlossene Gesetz zur Einstufung und Kennzeichnung von Reifen in Europa sowie weitere globale Kennzeichnungsinitiativen die Nachfrage nach unseren synthetischen Kautschukprodukten mit unterstützen. Wir erwarten aber im Segment insbesondere für unsere synthetischen Kautschukprodukte einen anhaltend starken Wettbewerb durch neu in den Markt tretende Produzenten bzw. Kapazitäten.

Im Segment Advanced Intermediates wird sich nach unserer Einschätzung die gute Kundennachfrage nach unseren Produkten für die Agrochemie in unseren Business Units Advanced Industrial Intermediates und Saltigo fortsetzen. Wir gehen hier von einer weiterhin soliden Geschäftsentwicklung aus. In der Business Unit Advanced Industrial Intermediates sind im Geschäftsjahr 2014 aber mehr geplante Stillstände von Anlagen vorgesehen, die bei der Ergebniserwartung für das Segment berücksichtigt wurden.

Für unser Segment Performance Chemicals erwarten wir in 2014 insgesamt eine leichte Nachfrageverbesserung. Wir sehen unter anderem ein dynamischeres Wachstum der Bauindustrie, das insbesondere in Asien und Nordamerika erfolgen sollte. Unser Geschäftsbereich mit Lederchemikalien sollte aufgrund der erfolgten Inbetriebnahme seiner CO2-Aufbereitungsanlage von einer verbesserten Wettbewerbssituation profitieren können. Durch die prognostizierte Nachfrageverbesserung in der Automobilindustrie sehen wir auch Impulse für unsere Business Units Rhein Chemie und Rubber Chemicals. Hierbei sollte sich die Kostenposition unserer Business Unit Rubber Chemicals durch die Restrukturierungsmaßnahmen verbessern. Für unsere Business Unit Liquid Purification Technologies, mit der wir den wichtigen Trend Wasser bedienen, erwarten wir nach erfolgreicher Produktdiversifizierung durch die Einführung unserer Membrantechnologie im laufenden Jahr weitere Wachstumschancen angesichts einer anhaltend guten Nachfrage nach unseren Produkten zur Wasseraufbereitung.

Erwartete Kostenentwicklung LANXESS Konzern

LANXESS hat aufgrund des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds für das Unternehmen im Berichtsjahr mit dem Programm „Advance“ umfassende Maßnahmen eingeleitet, um den Auswirkungen der Nachfrageschwäche entgegenzuwirken. Für das kommunizierte Programm „Advance“ sind bis 2015 Sonderaufwendungen von insgesamt rund 150 Mio. € vorgesehen. In 2013 haben wir für das Programm rund 30 Mio. € Aufwendungen vorgezogen, wodurch sich hier insgesamt eine Ergebnisbelastung in Höhe von etwa 110 Mio. € ergab.

Neben dem „Advance“-Programm haben wir bereits in den Vorjahren unter anderem durch ein flexibles Anlagenmanagement und eine hohe Kostendisziplin unsere Kostenbasis weiter flexibilisiert und streben an, unsere Kostenentwicklung bei Bedarf frühzeitig dem wirtschaftlichen Umfeld anzupassen.

Bei den Rohstoffkosten, die Ende des Berichtsjahres auf einem vergleichsweise moderaten Niveau lagen, gehen wir auch für das Jahr 2014 von einem anhaltend volatilen Verlauf aus. Wir stellen uns generell auf unterschiedliche Preistrends bei den verschiedenen strategischen Rohstoffen ein und gehen davon aus, dass bei entsprechender Volatilität auch der Trend zu höheren Beschaffungskosten – insbesondere für petrochemische Rohstoffe – anhalten könnte. Die Energiekosten dürften unserer Einschätzung nach im Verlauf des Jahres 2014 leicht steigen.

Unser Ergebnis wird durch Währungsschwankungen beeinflusst. Um diesen zu begegnen, haben wir für die Jahre 2014 und 2015 bereits Sicherungsgeschäfte abgeschlossen.

Die wesentliche Währung der LANXESS Geschäfte bleibt auch künftig der US-Dollar. Wir erwarten, dass der US-Dollar gegenüber dem Euro im Jahr 2014 volatil bleibt und sich in einem breiten Kursband zwischen 1,25 und 1,45 US-Dollar je Euro bewegen wird.

Für das Jahr 2014 gehen wir im Vergleich zum Berichtsjahr von geringeren Abschreibungen aus, nachdem 2013 außerplanmäßige Abschreibungen in den Segmenten Performance Polymers und Performance Chemicals erfolgten. Zusätzliche planmäßige Abschreibungen werden sich in 2014 aus der Inbetriebnahme neuer Anlagen ergeben. Im Geschäftsjahr 2014 erwarten wir Abschreibungen im Bereich von 400 bis 420 Mio. €. Kostensteigerungen sind durch den Tarifabschluss und damit verbundene steigende Löhne und Gehälter zu erwarten.

Die konzernweite Steuerquote wird maßgeblich durch den regionalen Ertragsanfall geprägt. LANXESS strebt mittelfristig eine Steuerquote im Bereich von 22 % bis 25 % an. Aufgrund der aktuell herausfordernden Geschäftssituation wird sie im laufenden Geschäftsjahr darüber liegen. Eine genaue Prognose ist allerdings nur schwer möglich.

Erwartete Finanzlage LANXESS Konzern

Liquiditätssituation

LANXESS wird seine vorausschauende und konservative Finanzpolitik fortsetzen. Angesichts der im Abschnitt „Finanzlage“ beschriebenen Ausstattung des Konzerns mit liquiden Mitteln und ungenutzten Kreditlinien in Höhe von über 2,0 Mrd. € verfügen wir über eine sehr gute Liquiditäts- und Finanzierungssituation, um unsere gezielte Wachstumsstrategie finanziell umsetzen zu können.

Investitionen

Unsere Investitions- und Wachstumsstrategie werden wir auch im Geschäftsjahr 2014 fortsetzen. Die auszahlungswirksamen Investitionen entfallen dabei erneut auf Erweiterungen bestehender Anlagen bzw. auf den Neubau von Produktionsanlagen und fließen in Maßnahmen für die Instandhaltung bestehender LANXESS Produktionsstandorte. Für das laufende Jahr 2014 gehen wir von auszahlungswirksamen Investitionen auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2013 aus. Ein wesentliches Investitionsvolumen wird hiervon mit gut 110 Mio. € auf den Bau unserer World-Scale-Anlage für den Hochleistungskautschuk Nd-PBR in Singapur sowie mit gut 130 Mio. € auf die Errichtung der Anlage für EPDM-Kautschuk in China entfallen.

Finanzierungsmaßnahmen

LANXESS ist aufgrund der langfristigen Ausrichtung der Finanzierung gut aufgestellt, denn die Finanzierung der vorgesehenen Investitionen ist durch künftige Cashflows, vorhandene Zahlungsmittel sowie bestehende Kreditlinien gewährleistet. Gleiches gilt für die erwartete Dividendenzahlung sowie die anstehende Rückzahlung der im April 2014 fälligen Anleihe. Nennenswerte Refinanzierungserfordernisse aus dieser Fälligkeit sind aufgrund der getätigten umfangreichen Maßnahmen zur Verbesserung der Finanzposition in den Vorjahren abgedeckt. Darüber hinaus wird LANXESS seine Aktivitäten zur langfristigen Sicherung der Finanzierung im Rahmen einer konservativen Finanzpolitik durch weitere Diversifikation der Finanzierungsquellen und vorausschauende Finanzierungsmaßnahmen fortsetzen.

Erwartete Ertragslage der LANXESS AG

Wir erwarten für die LANXESS AG in diesem und im kommenden Geschäftsjahr ein leicht steigendes Niveau der Verwaltungskosten für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben als strategische Management-Holding. Im Übrigen wird das Ergebnis der LANXESS AG vom Finanzergebnis, und hier insbesondere vom Zins- und Beteiligungsergebnis, geprägt sein. Für das laufende Geschäftsjahr ist aufgrund der Finanzierungsstruktur von einem negativen Zinsergebnis auszugehen. Das Beteiligungsergebnis und damit das künftige Ausschüttungspotenzial der LANXESS AG werden wesentlich von den Ergebnisabführungen und Gewinnausschüttungen der Gesellschaften des LANXESS Konzerns bestimmt. Wir verfolgen auch weiterhin eine kontinuierliche Dividendenpolitik. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten wir einen Jahresüberschuss leicht über dem Niveau des Berichtsjahres.

Dividendenpolitik

LANXESS verfolgt eine kontinuierliche Dividendenpolitik. In den künftigen Dividendenvorschlägen werden wir, wie bereits in der Vergangenheit, die wirtschaftliche Entwicklung des zurückliegenden Geschäftsjahres, die Finanzierungsziele des Konzerns sowie sich abzeichnende Entwicklungen im neuen Geschäftsjahr berücksichtigen.

Zusammenfassende Aussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns

Der LANXESS Konzern ist mit seinem Produktportfolio weiterhin gut in den relevanten Kundenindustrien positioniert und strebt an, seine Präsenz in den weltweiten Wachstumsregionen auch im aktuellen Geschäftsjahr voranzutreiben. Wir gehen davon aus, dass die Effizienzmaßnahmen und gezielten Restrukturierungen im Rahmen von „Advance“ die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von LANXESS in einem anhaltend herausfordernden Umfeld unterstützen werden.

Die Nachfrageimpulse, die sich aus der prognostizierten Entwicklung der globalen Wirtschaft ergeben könnten, sehen wir nach derzeitiger Einschätzung dagegen als sehr gering an. Darüber hinaus rechnen wir damit, dass die Situation in unseren Geschäftsbereichen mit synthetischen Kautschuken durch die neue Wettbewerbs- und Kapazitätssituation auch in 2014 herausfordernd bleibt.

Die Entwicklung der Rohstoffkosten, insbesondere für den Rohstoff Butadien, ist aus unserer Sicht ein weiterer wesentlicher Faktor, der sich auf die Geschäftsentwicklung in 2014 auswirken kann. Wir gehen hier von einer anhaltenden Volatilität auf einem vergleichsweise moderaten Preisniveau aus. Für die Energiekosten erwarten wir im laufenden Jahr eine leichte Steigerung.

Insgesamt gehen wir vor dem Hintergrund der genannten Faktoren für das Jahr 2014 derzeit von einer leichten Steigerung unserer zentralen Steuerungsgröße EBITDA vor Sondereinflüssen aus. Allein die Entlastungen aus dem Wegfall von Einmaleffekten sollten zu dieser Verbesserung beitragen, selbst wenn die Verkaufspreise auf niedrigem Niveau bleiben sollten.

Wir sehen, dass zum Jahresbeginn die Herausforderungen für unsere Geschäfte mit synthetischem Kautschuk im Segment Performance Polymers anhalten und hier derzeit noch keine Nachfrageimpulse gesetzt werden.

Wir sind aber zuversichtlich, mittelfristig organisch und durch gezielte Akquisitionen weiter zu wachsen, und gehen davon aus, dass unsere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und konsequente Restrukturierungen hierzu einen wichtigen Beitrag leisten können. Als mittelfristiges Wachstumsziel hatten wir uns ein EBITDA vor Sondereinflüssen in Höhe von 1,8 Mrd. € im Jahr 2018 gesetzt. Diese Zielerreichung ist vor dem Hintergrund der aktuellen Geschäftsentwicklung deutlich ambitionierter geworden, wird von uns aber weiterhin angestrebt.