Einkauf und Produktion

Einkauf

LANXESS stellt die Versorgung mit Rohstoffen, sonstigen Materialien und Dienstleistungen über die zentral gesteuerte Organisationseinheit Global Procurement & Logistics sicher. In enger Abstimmung mit unseren Business Units bündeln die sogenannten „Global Categories“ ihren Bedarf in den Einkaufssegmenten Rohstoffe, technische Güter, Packmittel, Energie, Services und Logistik. Unser weltweites Beschaffungsnetzwerk fördert die effektive Nutzung von Einkaufssynergien, so dass wir optimal am Markt agieren und Preisvorteile nutzen können. Dabei vermeiden wir sowohl Lieferengpässe als auch Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten beispielsweise dadurch, dass wir unsere Bezugsquellen ausweiten („multiple sourcing“). Im Berichtszeitraum kam es daher nicht zu Lieferausfällen oder -engpässen mit wesentlichen Auswirkungen auf unsere Geschäftsentwicklung.

Die Beschaffung chemischer Rohstoffe hat für uns einen bedeutenden Stellenwert. Ziel ist es, die Versorgung basierend auf langfristigen Einkaufsverträgen sicherzustellen. Die Verfügbarkeit von Rohstoffen spielt seit jeher auch eine wesentliche Rolle bei anstehenden Standortentscheidungen. Für unser Werk für Butylkautschuk in Singapur, das im Berichtsjahr planmäßig in Betrieb genommen wurde, beziehen wir beispielsweise bereits große Anteile der wichtigsten Rohstoffe über Pipelines aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Auch für unsere Produktionsanlage für Neodymium-basierten Performance-Butadien-Kautschuk (Nd-PBR) in Singapur, die sich derzeit noch im Bau befindet, wird eine entsprechende Versorgung von Rohstoffen über Pipelines vor Ort stattfinden. An zahlreichen anderen Produktionsstandorten beziehen wir ebenfalls wesentliche Rohstoffe wie z. B. Butadien und Energieträger wie Dampf oder Biomasse aus der unmittelbaren Umgebung. Auf diese Weise minimieren wir nicht nur Transportkosten und transportbezogene Umweltauswirkungen, sondern reduzieren vor allem das Risiko transportbedingter Lieferausfälle.

Zu unseren größten Lieferanten chemischer Rohstoffe zählten im Jahr 2013 unter anderem BASF, Bayer, BP, Braskem, Enterprise Products, Evonik, ExxonMobil, INEOS, LyondellBasell, Nova Chemicals, Sabic, Shell Chemicals und Total.

Zu den mit Abstand wichtigsten strategischen Rohstoffen für unsere Produktion gehörten im Geschäftsjahr 2013 Ammoniak, Butadien, Cyclohexan, Ethylen, Isobutylen, Natronlauge, Propylen, Raffinate I, Styrol und Toluol. Insgesamt entfiel im Geschäftsjahr 2013 auf strategische Rohstoffe ein Einkaufsvolumen von ca. 3,2 Mrd. € (Vorjahr: ca. 3,9 Mrd. €). Dies entspricht einem Anteil von rund 76 % unserer gesamten Aufwendungen für Rohstoffe und Handelswaren im Jahr 2013, die etwa 4,2 Mrd. € (Vorjahr: ca. 4,7 Mrd. €) betrugen. Von den Gesamtaufwendungen für Rohstoffe und Handelswaren entfielen ca. 83 % auf Lieferanten aus Ländern, deren „Country Sustainability Ranking“ sich im oberen Drittel befindet. Unser Gesamtbeschaffungsvolumen belief sich 2013 auf etwa 6,2 Mrd. € (Vorjahr: ca. 6,9 Mrd. €).

Konzernweit definiert eine globale Beschaffungsrichtlinie das Verhalten unserer Mitarbeiter im Umgang mit Lieferanten und deren Mitarbeitern. Eine interne Trainingsakademie unterstützt die Aus- und Fortbildung unserer Mitarbeiter und stellt den hohen Qualitätsstandard unserer Einkaufsprozesse sicher. Zu den Schulungsinhalten zählen unter anderem der siebenstufige strategische Einkaufsprozess, Verhandlungs- und interkulturelle Trainings sowie Zeit-, Lieferanten- und Risikomanagement.

Wir setzen konsequent Best-Practice-Prozesse ein. Dazu gehört unter anderem die Nutzung von E-Procurement-Werkzeugen wie E-Catalogs oder elektronischen Marktplätzen, die weitgehend in unsere internen DV-Systeme integriert sind. Im Jahr 2013 wurden rund 64 % (Vorjahr: ca. 60 %) aller Bestellpositionen automatisiert über E-Procurement abgewickelt.

Unser HSEQ-Managementprozess setzt bereits ein, wenn Rohstoffe und Dienstleistungen beschafft werden. Im Berichtsjahr wurden Beschaffungsvorgänge mit mehr als 20.000 Lieferanten abgewickelt. Basierend auf den Grundsätzen von UN Global Compact, ILO, Responsible Care® und anderen CSR-Kodizes erwarten wir von unseren Lieferanten, dass sie sich unter anderem an die nationalen und sonstigen geltenden Gesetze und Verordnungen bezüglich des Schutzes der Umwelt, der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie der Arbeits- und Einstellungspraktiken halten. Diese in unserem „Supplier Code of Conduct“ definierten Anforderungen sind bei unserer Lieferantenauswahl und -bewertung ein wesentliches Kriterium.

Zur Überprüfung unserer Vorgaben und um die Transparenz in unserer gesamten Lieferkette zu erhöhen sowie gleichzeitig Beschaffungsrisiken weiter zu minimieren, haben wir im Jahr 2012 gemeinsam mit fünf anderen international operierenden Chemieunternehmen die Initiative „Together for Sustainability“ gegründet. Ziel dieser Initiative ist die Entwicklung und Umsetzung eines globalen Auditierungsprogramms, um die Nachhaltigkeitsaktivitäten in der Lieferkette der Chemieindustrie zu bewerten und fortlaufend zu verbessern. Hierbei stehen die Themen Menschenrechte, Kinderarbeit, Arbeitsstandards, Arbeitssicherheit, Umweltschutz sowie Geschäftsethik im Vordergrund. Da die Bewertungsergebnisse und Auditreports innerhalb der Initiative geteilt werden, stand uns Ende 2013 eine stetig wachsende Anzahl von Nachhaltigkeitsbewertungen (750) und Auditreports (150) zur Verfügung. Hierbei zeigte sich ein erhöhter Handlungsbedarf hinsichtlich der Themen Arbeits- und Menschenrechte sowie Arbeitssicherheit. Zur Überprüfung der mit den Lieferanten verabredeten Korrekturmaßnahmen wurden 2013 weitere 103 nachfolgende Audits durchgeführt, die eine Verbesserung der Situation belegten.

Produktion

LANXESS zählt zu den global bedeutenden Herstellern von Chemie- und Polymerprodukten. Mit unseren Produktionsanlagen stellen wir sowohl kleinste Produktmengen auf Basis maßgeschneiderter Kundensynthesen als auch Basis-, Spezial- und Feinchemikalien sowie Polymere in Mengen von mehreren zehntausend Tonnen her.

Unsere Produktionsbetriebe sind organisatorisch jeweils einzelnen Business Units zugeordnet. Die wichtigsten Produktionsstandorte befinden sich in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen (Deutschland), Antwerpen (Belgien), Sittard-Geleen (Niederlande), Orange (USA), Sarnia (Kanada), Triunfo und Duque de Caxias (Brasilien), Jhagadia (Indien), Singapur (Singapur) sowie Wuxi (China). Daneben betreiben wir weitere Produktionsstandorte in Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Russland, Spanien, Südafrika und den USA. Für eine detaillierte Übersicht über unsere Produktionsstandorte nach Segmenten verweisen wir auf den Abschnitt „Kurzdarstellung der Segmente“ in diesem Lagebericht.

In unserem globalen Produktionsnetzwerk kam es im Jahr 2013 zu folgenden wesentlichen Veränderungen:

  • In Singapur nahm unsere Business Unit Butyl Rubber das modernste Butylkautschuk-Werk Asiens in Betrieb. Die Anlage ist planmäßig im ersten Quartal 2013 im Testbetrieb angelaufen und hat im zweiten Quartal die Produktion aufgenommen.
  • Die Business Unit Keltan Elastomers stellte ihre größte Produktionslinie für Keltan-EPDM-Kautschuke am Standort Sittard-Geleen (Niederlande) auf die ACETM-Technologie um.
  • Unserer Business Unit Advanced Industrial Intermediates stehen am Standort Leverkusen (Deutschland) nun um 20 % bzw. 15 % erweiterte Kapazitäten für die Produktion der Zwischenprodukte Kresol und Dichlorbenzol zur Verfügung.
  • In Changzhou (China) nahm unsere Business Unit Leather wie geplant eine neue Anlage zur Herstellung von Lederchemikalien in Betrieb.
  • Des Weiteren steht der Business Unit Leather im südafrikanischen Newcastle eine neue CO2-Aufbereitungsanlage zur Verfügung.
  • Die Business Unit Rhein Chemie eröffnete im brasilianischen Porto Feliz ein neues Werk für Hochleistungs-Vulkanisationsbälge (Bladder).
  • Am Standort Lipetsk nahm die Business Unit Rhein Chemie zudem die erste LANXESS Produktionsstätte auf russischem Boden in Betrieb. An dem Standort werden Kautschukadditive für die Automobil- und Reifenindustrie hergestellt.
  • Im Zuge unserer Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit schlossen wir den Standort Isithebe (Südafrika) unserer Business Unit Rubber Chemicals.

Einschließlich der oben genannten Maßnahmen ergaben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auszahlungswirksame Investitionen von 624 Mio. €. Einzelheiten hierzu finden sich in der Darstellung der Investitionen im Abschnitt „Vermögens- und Finanzlage“ dieses Lageberichts. Für weitere Erläuterungen zu den im Berichtsjahr durchgeführten Akquisitionen verweisen wir auf den Abschnitt „Ergänzungen des Konzernportfolios“ in diesem Lagebericht.