Globale Produktverantwortung

LANXESS hat sich der Responsible Care® Global Charter, einer weltweiten Initiative der Chemieindustrie für eine umfassende Produktverantwortung, verpflichtet. Die im Jahr 2006 vom International Council of Chemical Associations (ICCA) ins Leben gerufene Initiative trug wesentlich zur Entwicklung der „Global Product Strategy (GPS)“ bei. Ziel der GPS ist es, Basisinformationen sowie Informationen zur Risikobewertung von Stoffen bereitzustellen und auf diese Weise die Auswirkungen von Chemikalien auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu minimieren beziehungsweise Produkte so herzustellen und zu vermarkten, dass Schäden für Mensch und Umwelt vermieden werden.

Im Sinne der oben genannten Verpflichtungen umfasst unsere Produktverantwortung die sichere Handhabung chemischer Stoffe und Produkte entlang des gesamten Lebenszyklus – von der Beschaffung, der Forschung und Entwicklung über die Produktion, die Lagerung, den Transport und die Weiterverarbeitung bis hin zur Vermarktung und Entsorgung.

Die „Richtlinie Produktsicherheitsmanagement bei LANXESS“ regelt konzernweit, wie die Produktverantwortung wahrgenommen werden soll, und stellt die dafür notwendige Zusammenarbeit aller Beteiligten sicher. Dies gilt insbesondere für die Substanzen in unserem Produktportfolio, die als gefährlich einzustufen sind.

Management von Chemikalienkontrollregelungen Die Einhaltung der weltweit existierenden Chemikalienkontrollregelungen ist unabdingbare Voraussetzung für die sichere Handhabung, die Vertriebsfähigkeit und den sicheren Transport unserer Chemikalien und Produkte.

LANXESS stellt die Umsetzung verbindlicher und freiwilliger Anforderungen über eine weltweite Organisation und mithilfe eines elektronischen Sicherheitsdatensystems sicher. Sogenannte Sicherheitsdatenblätter in mehr als 30 Sprachen informieren unsere Kunden weltweit über Stoffdaten und die für die Verwendungen erforderlichen Schutzmaßnahmen. Die sukzessive weltweite Anbindung dieses Sicherheitsdatensystems an unser SAP-System soll die Vertriebsfähigkeit und Bereitstellung von Gefahrgutdaten auf einen einheitlichen weltweiten Sicherheits- und Technikstandard heben. 2013 haben wir einen Großteil unserer Organisation in China angeschlossen und planen, Anfang 2014 eine vollständige Anbindung zu erreichen.

Wir passen unser elektronisches Sicherheitsdatensystem regelmäßig an die Neuerungen des GHS (Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals) in den verschiedenen Ländern an. Das GHS ist ein System unter dem Dach der Vereinten Nationen mit dem Ziel, bestehende Einstufungs- und Kennzeichnungssysteme aus unterschiedlichen Sektoren wie Transport, Verbraucher-, Arbeitnehmer- und Umweltschutz weltweit zu harmonisieren. Regionale Besonderheiten in der Umsetzung des GHS, wie die CLP-Verordnung (Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures), werden von uns selbstverständlich berücksichtigt.

Vor der Herstellung, dem Import oder dem Vertrieb unserer Produkte prüfen wir länderspezifisch die Vertriebsfähigkeit nach dem dort geltenden Chemikalienrecht. Unsere Stoffe und Produkte registrieren wir gemäß lokal geltenden Anforderungen. Wir beteiligen uns an Stoffbewertungsprogrammen der zuständigen Behörden, indem wir alle zur Verfügung stehenden Informationen liefern und gegebenenfalls auch neue Daten ermitteln.

Wir befürworten ausdrücklich die Schutzziele der europäischen Chemikalienverordnung REACH: ein hohes Maß an Sicherheit für die menschliche Gesundheit und die Umwelt bei der Herstellung und der Verwendung von Chemikalien. Fristgerecht haben wir zum 1. Dezember 2008 bei der zentralen europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki alle für LANXESS relevanten Stoffe vorregistriert. 360 Stoffe, die wir in Mengen über 100 bzw. 1.000 Tonnen in der EU herstellen oder in die EU importieren, ließen wir zu den jeweiligen Stichtagen in den Jahren 2010 und 2013 registrieren. Zum Abschluss der dritten Registrierungsphase am 31. Mai 2018 werden schließlich alle Stoffe über einer Tonne in Europa registriert sein. Für die Registrierung werden Informationen zu unseren Stoffen sowie deren Verwendungen von uns systematisch evaluiert. Dabei betrachten wir den gesamten Produktlebenszyklus.

Zeitplan für die Umsetzung von REACH

Im Rahmen einer Selbstverpflichtung der deutschen chemischen Industrie zur Erfassung und Bewertung von Stoffen (VCI-Selbstverpflichtung, 1997) ermitteln wir über die gesetzlichen Anforderungen hinaus auch für unsere Zwischenprodukte freiwillig immer einen Grunddatensatz in Anlehnung an Anhang VII der REACH-Verordnung.

Insbesondere bei verbrauchernahen Anwendungen – wie beispielsweise bei Trinkwasser- und Lebensmittelkontakt oder einer Verwendung in Spielzeug und Kosmetik-, Pharma- oder Medizinprodukten – stellen wir die notwendigen Kenntnisse über die Konformität unserer Produkte mit nationalen und internationalen Gesetzen, Normen, Zertifikaten wie beispielsweise Halal und Koscher sowie Gütesiegeln sicher.

Der Informationsaustausch mit unseren Kunden ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Produktverantwortung. Wir stellen ihnen daher umfangreiche Daten zur Verfügung, zum Beispiel über das IMDS (International Material Data System; ein Archiv-, Austausch- und Verwaltungssystem für den Fahrzeugbau) oder über eine LANXESS produktspezifische Datenbank mit einem öffentlichen sowie einem geschützten Bereich für angemeldete Geschäftspartner.

Produktbeobachtung Mit der LANXESS Richtlinie „Zentrale Produktbeobachtung“ steuern wir die weltweite Überwachung der gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen von Rohstoffen und Produkten systematisch. Die gesammelten Erfahrungen lassen unsere Produktentwickler und Experten für Produktsicherheit in ihre Bewertung einfließen.

Projekt „No Pellets Emission“ Wir übernehmen Verantwortung und setzen eigene Maßnahmen zum Schutz der Meere und Küsten um. Im Fokus stehen Kunststoffgranulate, die durch Unaufmerksamkeit an verschiedenen Punkten unserer Wertschöpfungskette – wie Produktion, Vertrieb, Lagerung und Transport – in die Meeresumwelt emittiert werden können. Kunststoffpellets zeigen an sich keine chemischen Reaktionen, können aber durch ihre kleine Form und Menge unerwünschte Folgen hervorrufen. Unter dem Dach der Responsible-Care®-Initiative haben wir deshalb zusammen mit dem Kunststoffverband PlasticsEurope Deutschland die Initiative „No Pellets Loss“ ins Leben gerufen, welche einen verantwortungsvollen Umgang aller Beteiligten mit Kunststoffgranulaten bewirken soll.

In dem LANXESS eigenen Projekt „No Pellets Emission“ haben sich die Bereiche, in denen Pellets gehandhabt werden, für das Jahr 2014 zum Ziel gesetzt, den Austritt von Kunststoffpellets auch in kleinsten Mengen dauerhaft zu verhindern. Dazu wird ein Konzept erarbeitet, das sowohl Schulungen als auch technische Maßnahmen beinhaltet.

Beschaffung in der Lieferkette Verantwortliches Handeln beginnt bei der Beschaffung. Benötigte Rohstoffe, Materialien, Anlagen und Dienstleistungen unterliegen bei LANXESS weltweit einheitlichen Anforderungen hinsichtlich Sicherheit und Umweltschutz. Insbesondere Rohstoffe werden streng überwacht, um eine sichere Verarbeitung in unseren Produktionsbetrieben zu gewährleisten. So ist die Vorlage eines aktuellen Sicherheitsdatenblatts durch den Lieferanten zwingende Voraussetzung für die Beschaffung eines jeden Rohstoffs. Bei Rohstofflieferungen von nicht europäischen Lieferanten klärt unser Einkauf, welche Verpflichtungen im Rahmen der REACH-Verordnung zu erfüllen sind. Um unsere Risiken im Bereich der Beschaffung weiter zu minimieren und eine höhere Transparenz in der Lieferkette zu erzielen, haben wir im Jahr 2012 gemeinsam mit fünf anderen internationalen Chemieunternehmen die Initiative „Together for Sustainability“ gegründet. Für weitere ausführliche Informationen verweisen wir auf den Abschnitt „Einkauf und Produktion“.

Globales Gefahrgut- und Transportsicherheitsmanagement Mit einem globalen Gefahrgut- und Transportsicherheitsmanagement stellen wir sicher, dass wir Gefährdungen in den entsprechenden Prozessen vermeiden. Wir koordinieren, überwachen und überprüfen zentral die Umsetzung internationaler, regionaler und lokaler Gefahrgut- bzw. Transportsicherheitsregelungen sowie unternehmensinterner Vorgaben. Weltweit klassifizieren wir Gefahrgut einheitlich und interpretieren die Gefahrgutvorschriften unter Berücksichtigung regionaler Vorschriften. Die Klassifizierung bestimmt unter anderem die Art der Umschließung (Verpackungen und Tanks), die Markierung und Kennzeichnung sowie die erlaubten Verkehrsträger und Transportrouten. Die erforderliche Datenbasis zur Klassifizierung ist im Sicherheitsdatensystem für Chemikalien bei LANXESS hinterlegt. Um wirkungsvoll zu agieren, haben wir 2013 weltweit an unseren Logistikstandorten die Organisation der Gefahrgut- und Transportsicherheitsbeauftragten restrukturiert.

Lagermanagement Wir betreiben eigene Lager, beauftragen darüber hinaus aber auch externe Dienstleister mit der Bereitstellung von Lagern. Diese Dienstleister wählen wir in einem spezifizierten Auswahlverfahren unter Berücksichtigung relevanter Gesichtspunkte der Logistik, der Sicherheit, des Umweltschutzes und der Wirtschaftlichkeit aus. In Anlehnung an ein entsprechendes Konzept der chemischen Industrie wenden wir ein weltweit einheitliches Lagerkonzept an, mit dem wir den gelagerten Stoffen Rechnung tragen und die Erfordernisse von Brandschutz sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz erfüllen.