Aktiver Stakeholder-Dialog

Mit einer Vielzahl von Projekten und Veranstaltungen suchten wir im Jahr 2013 erneut den aktiven Meinungsaustausch mit wichtigen Anspruchsgruppen zu Themen, die für unser Unternehmen und unseren wirtschaftlichen Erfolg wichtig sind oder künftig werden können.

Relevante Stakeholder sind für LANXESS jene Gruppen, Institutionen oder Personen, zu denen wir durch unsere Geschäftsfelder direkt oder indirekt in einer Beziehung stehen und die damit ein Interesse an unseren Aktivitäten haben. Im Rahmen unseres Dialogs mit Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten, Kapitalmarktvertretern, den Medien, Nachbarn unserer Standorte sowie Vertretern von Politik, öffentlichen Behörden oder Nichtregierungsorganisationen geht es dabei in erster Linie darum, Themen zu identifizieren, die aus Sicht unseres Umfelds bedeutsam im Sinne der unternehmerischen Verantwortung sind. Gleichzeitig wollen wir mit einem offenen und konstruktiven Dialog das gegenseitige Verständnis fördern und Vertrauen aufbauen.

Wichtigste CR-Themen aus Sicht der von uns befragten Stakeholder-Gruppen

Regelmäßige Stakeholder-Befragungen

Um stets ein repräsentatives Bild davon zu haben, wie unsere Stakeholder die nachhaltigen Aktivitäten von LANXESS wahrnehmen und welche Themen aus ihrer Sicht besonders wichtig sind, führen wir in regelmäßigen Abständen Befragungen bei bedeutenden Stakeholdern durch. Mitarbeiter, Kunden, politische Akteure und Kapitalmarktvertreter waren in den bislang durchgeführten Befragungen die am stärksten repräsentierten Stakeholder-Gruppen. Darüber hinaus bezogen wir aber auch Vertreter von NGOs und unsere Lieferanten ein.

Den Ergebnissen unserer jüngsten Befragung aus dem Jahr 2012 zufolge ist LANXESS hinsichtlich seiner generellen CR-Strategie und -Aktivitäten im Vergleich zu relevanten Wettbewerbern gut aufgestellt. Sehr gute Leistungen wurden uns insbesondere bei der Entwicklung innovativer Produkte für die „Grüne Mobilität“ und der Kommunikation unserer nachhaltigen Aktivitäten attestiert. Die meisten konkreten Verbesserungsvorschläge, die sich jeweils auf eine Vielzahl kleinerer Einzelaspekte erstreckten, verzeichneten wir in den Bereichen Arbeitsbedingungen und Umweltschutz. Dem Wunsch der Befragten nach einer transparenten Darstellung der Nachhaltigkeit in unserer Lieferkette kommen wir mit der 2012 gemeinsam mit fünf anderen Chemieunternehmen gegründeten Initiative „Together for Sustainability“ nach, über die wir ausführlich im zusammengefassten Lagebericht berichten. In unserer Initiative „Diversity & Inclusion“ haben wir ebenfalls aus Stakeholder-Befragungen gewonnene Anregungen aufgegriffen. Über die erzielten Fortschritte bei den beiden vorgenannten, aber auch bei anderen für unsere Stakeholder wichtigen Themen, informieren wir regelmäßig und umfassend im Rahmen unseres kombinierten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichts.

Basierend auf den Ergebnissen und Anregungen aus der Befragung werden wir unsere Aktivitäten noch stärker auf Themenfelder ausrichten, die von unseren Stakeholdern als besonders relevant angesehen werden. Diese Themenfelder wollen wir künftig auch in einer Materialitätsmatrix abbilden.

Erfolgsfaktor Kundenzufriedenheit

In Märkten mit hohem Wettbewerbsdruck wie der Chemiebranche zählen Kundenzufriedenheit und -bindung zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren. Über ein zentrales Anfragemanagement erhalten Kunden Informationen zu unseren Produkten, deren Anwendungen und potenziellen Risiken sowie Produktzertifikaten. Das Prinzip „One Voice to the Customer“ stellt sicher, dass jeder Kunde durch einen festen Ansprechpartner betreut wird. Kritische Rückmeldungen der Kunden liefern uns wertvolle Hinweise, um Verbesserungen unserer Produkte und Prozesse zu erzielen. Auf Basis einer Konzernrichtlinie haben wir daher ein globales Kundenbeschwerdemanagement etabliert. Dieses hat zum Ziel, die Unzufriedenheit eines Kunden durch eine gleichermaßen schnelle wie kompetente Reaktion zu beseitigen und ihn so dauerhaft an uns zu binden.

Im Zuge unserer alle zwei Jahre nach anerkannten Methoden der Meinungsforschung stattfindenden Kundenbefragung gewinnen wir außerdem wichtige Erkenntnisse über die Loyalität unserer Kunden, ihre Erwartungen und ihre Wahrnehmung unserer Leistungen im Vergleich zu Wettbewerbern. Unserer Zielsetzung entsprechend haben wir bei der im Jahr 2013 durchgeführten Befragung die Anzahl der befragten Kunden gegenüber der letzten Erhebung um 40 % erhöht. LANXESS wurde insgesamt wieder sehr gut beurteilt. Gegenüber der letzten Befragung hat sich die Bewertung nochmals verbessert.

Dass unser täglicher Einsatz für eine hohe Kundenzufriedenheit wahrgenommen und anerkannt wird, belegten auch im Jahr 2013 wieder mehrere Auszeichnungen, die wir von unseren Kunden erhielten. So wurde beispielsweise unsere Business Unit Liquid Purification Technologies von Brita, einem der weltweit führenden Hersteller von Trinkwasserfiltern, mit einem „Supplier Award“ für sehr gute Produktqualität und ausgezeichneten Service gewürdigt. Die Business Unit Butyl Rubber durfte vom chinesischen Reifenhersteller Triangle bereits zum dritten Mal den „Strategic Partnership Award“ entgegennehmen.

Social-Media-Richtlinie verabschiedet

Social Media sind weit mehr als nur ein Trend – täglich nutzen mehrere Milliarden Menschen Plattformen wie Facebook, Twitter oder LinkedIn, um sich in Sekundenschnelle auszutauschen oder zu vernetzen. Auch wir sehen in den sozialen Medien große Chancen, den globalen Dialog und die Zusammenarbeit unserer Mitarbeiter untereinander, aber auch mit externen Stakeholder-Gruppen, zu verbessern. Um einen verantwortungsvollen Umgang mit den sozialen Medien sicherzustellen und unsere Mitarbeiter für die damit verbundenen Risiken zu sensibilisieren, haben wir im Berichtsjahr eine Social-Media-Richtlinie verabschiedet. Sie legt neben allgemeingültigen Verhaltensregeln unter anderem fest, dass nur ein ausgewählter Kreis speziell geschulter Mitarbeiter offiziell im Namen von LANXESS Beiträge veröffentlichen und kommentieren darf.

Aufbau leistungsstarker Netzwerke

Es ist uns wohl bewusst, dass die großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit von keiner Organisation – ob Unternehmen, Regierung, Forschungsinstitut oder NGO – allein bewältigt werden können. Neben den vielfältigen CR-Engagements, die wir eigenständig vornehmen, beteiligen wir uns deshalb immer intensiver an der Bildung leistungsstarker globaler Netzwerke, in denen wir unsere Kompetenz in Fragen der nachhaltigen Entwicklung mit der Expertise weiterer Partner bündeln. Neben staatlichen Institutionen spielen dabei insbesondere NGOs mit ihrem umfassenden Expertenwissen zu spezifischen Themen eine wichtige Rolle.

Ein anschauliches Beispiel für erfolgreiches Networking, von dem ganz im Sinne unseres Leitsatzes „Gut für das Geschäft, gut für die Gemeinschaft“ mehrere Seiten profitieren, stellt unsere Kampagne zur „Grünen Mobilität“ dar. So haben wir mit unseren drei Veranstaltungsreihen „Mobility Days“, „Automotive Days“ und „Rubber Days“ branchenübergreifende globale Plattformen geschaffen, um aktuelle Themen und Trends im Bereich der „Grünen Mobilität“ mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden zu diskutieren.

„Nachhaltige Technologie für eine saubere Umwelt“ lautete das Thema unseres ersten „LANXESS Pigments Symposium“, das wir im November 2013 in Schanghai (China) ausrichteten. Mehr als 140 Teilnehmer befassten sich im Rahmen von Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops mit der nachhaltigen Herstellung von anorganischen Pigmenten und den globalen Trends in der Lack- und Pigmentindustrie.

Seit dem Jahr 2013 unterstützen wir die Initiative „Chemie ³“, unter deren Dach sich der Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI), die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) für Nachhaltigkeit engagieren. Im Zentrum von „Chemie ³“ stehen die unter Einbeziehung von internen und externen Stakeholdern formulierten, insgesamt zwölf Handlungsfelder umfassenden „Leitlinien zur Nachhaltigkeit für die chemische Industrie in Deutschland“. Sie dienen der Branche als Leitbild und unterstützen Unternehmen und Beschäftigte dabei, ihre Beiträge zur Nachhaltigkeit auszubauen.

Im Oktober 2013 war LANXESS Gastgeber des 8. „Round Table: Innovationsmanagement“, einer vom Strom- und Gasanbieter RWE ins Leben gerufenen und organisierten Veranstaltungsreihe. Thema des Netzwerktreffens in der LANXESS Konzernzentrale war „Innovationskultur“. Für LANXESS bietet dieses Forum die Chance, einen branchenübergreifenden Dialog über effektives Innovationsmanagement zu führen und vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch zu profitieren.

Auch auf der politischen Bühne führen wir einen offenen Dialog mit Regierungsvertretern und Behörden auf kommunaler bis hin zur europäischen und internationalen Ebene. Im Fokus steht dabei der aktive Austausch zu unternehmensstrategischen Themen. Dazu zählen umweltschonende Produkt- und Prozessinnovationen, die Entwicklung der Rohstoff- und Energiemärkte sowie arbeitsmarkt- und bildungspolitische Fragen. Mit eigenen Büros in Berlin und Brüssel sind wir nah am Zentrum der politischen Entscheidungen.

Ein weiteres wichtiges Element unserer Stakeholder-Kommunikation ist der strukturierte Austausch mit den Menschen im unmittelbaren Umfeld unserer Standorte. So bietet beispielsweise in Leverkusen das von unserer Beteiligungsgesellschaft Currenta betriebene Nachbarschaftsbüro „Chempunkt“ seit Herbst 2013 allen Interessierten die Gelegenheit, zu Themen rund um die Chemparks Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen – in denen zahlreiche LANXESS Produktionsbetriebe angesiedelt sind – ins Gespräch zu kommen. Zusätzlich sind Veranstaltungen mit wechselnden Schwerpunkten geplant – beispielsweise zu Sicherheits- und Ausbildungsfragen. Auch Kooperationen mit Vereinen und Verbänden werden angestrebt. Abgerundet wird das Dialogangebot mit Informationsfilmen und -materialien.