(14) Sonstige langfristige und kurzfristige Rückstellungen

Im LANXESS Konzern sind zum Bilanzstichtag sonstige kurzfristige Rückstellungen in Höhe von 355 Mio. € (Vorjahr: 440 Mio. €) und sonstige langfristige Rückstellungen in Höhe von 258 Mio. € (Vorjahr: 304 Mio. €) bilanziert. Die Fristigkeiten der sonstigen Rückstellungen sind aus der folgenden Tabelle ersichtlich:

Sonstige Rückstellungen
   
in Mio. € 31.12.2012 31.12.2013
                 
  bis 1 Jahr 1–5 Jahre über 5 Jahre Gesamt bis 1 Jahr 1–5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
                 
Personalrückstellungen 218 82 32 332 100 49 39 188
Umweltschutzrückstellungen 13 18 77 108 16 18 71 105
Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr 74 5 79 96 6 102
Rückstellungen für Restrukturierung 20 22 3 45 39 14 5 58
Übrige sonstige Rückstellungen 115 55 10 180 104 44 12 160
  440 182 122 744 355 131 127 613
 

Insgesamt haben sich die sonstigen Rückstellungen im Berichtsjahr von 744 Mio. € auf 613 Mio. € verringert. Im Einzelnen ergibt sich nachfolgende Entwicklung:

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Veränderung der sonstigen Rückstellungen 2013
 
in Mio. € 01.01.2013 Zuführung Zinseffekt Inanspruchnahme Auflösung Währungsänderungen 31.12.2013
               
Personalrückstellungen 332 95 3 – 203 – 28 – 11 188
Umweltschutzrückstellungen 108 11 2 – 6 – 3 – 7 105
Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr 79 61 1 – 32 – 5 – 2 102
Rückstellungen für Restrukturierung 45 37 0 – 10 – 11 – 3 58
Übrige sonstige Rückstellungen 180 67 0 – 64 – 10 – 13 160
  744 271 6 – 315 – 57 – 36 613
 

Personalrückstellungen

Die Personalrückstellungen enthalten insbesondere die einjährigen erfolgsabhängigen Vergütungen sowie die mehrjährigen Vergütungsprogramme.

Mehrjährige Vergütungsprogramme

Anteilsbasierte Vergütung
Die LANXESS AG gewährt Mitgliedern des Vorstands sowie Mitarbeitern der oberen Führungsebenen eine anteilsbasierte Vergütung, die bar ausgezahlt wird. Nachdem ab 2005 im Rahmen des sogenannten Long Term Incentive Plan in zwei aufeinanderfolgenden Vergütungsprogrammen (LTIP 2005 – 2007 und LTIP 2008 – 2010) über jeweils drei Jahre Anrechte ausgegeben worden waren, wurde im Geschäftsjahr 2010 mit dem Long Term Stock Performance Plan (LTSP 2010 – 2013) ein neues Vergütungsprogramm aufgesetzt, aus dem in den Jahren 2010 bis 2013 Anrechte gewährt werden. Ausgabedatum der gewährten und noch ausstehenden Anrechte sowie der Anrechte der noch offenen Tranchen ist jeweils der 1. Februar. Die Teilnahme an den Programmen setzt ein vom jeweiligen Festgehalt abhängiges Eigeninvestment der Teilnehmer in LANXESS Aktien voraus. Die Ausschüttung ergibt sich aus der relativen Performance der LANXESS Aktie im Vergleich zum Index Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM.

LTIP 2008 – 2010 Übertrifft die Performance der Aktie die des Index, so werden pro Anrecht mindestens 0,75 € ausgezahlt. Für jedes Prozent, um das die Performance der Aktie die des Index übertrifft, werden 0,05 € bzw. über einen Prozentsatz von 5 % hinaus 0,06667 € zusätzlich ausgezahlt. Maximal werden jedoch 2,00 € pro Anrecht ausgeschüttet.

LTIP 2010 – 2013 Übertrifft die Performance der Aktie die des Index, so werden pro Anrecht mindestens 0,75 € ausgezahlt. Für jedes Prozent, um das die Performance der Aktie die des Index übertrifft, werden 0,125 € zusätzlich ausgezahlt. Maximal werden jedoch 2,00 € pro Anrecht ausgeschüttet.

Der Bewertung der Verpflichtungen aus der anteilsbasierten Vergütung liegen die folgenden wesentlichen Parameter zugrunde:

Wesentliche Parameter zum 31.12.
 
in % 2012 2013
     
Erwartete Volatilität der Aktie 41,0 37,0
Erwartete Dividendenzahlung 2,0 2,0
Erwartete Volatilität des Index 23,0 20,0
Korrelation zwischen dem LANXESS Aktienkurs und dem Index 82,0 77,0
Risikoloser Zinssatz 0,0 0,6
 

Der zu berücksichtigende risikolose Zinssatz lag im Berichtsjahr bei 0,63 % (Vorjahr: 0,02 %).

Die erwarteten Volatilitäten basieren auf der historischen Volatilität der LANXESS Aktie und des Index Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM der letzten vier Jahre (Vorjahr: drei Jahre).

Aus den Tranchen der Jahre 2005 bis 2008 waren zu Beginn des Geschäftsjahres 2013 keine Anrechte mehr offen. Informationen zu den übrigen Tranchen sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

LTIP und LTSP
 
  LTIP 2008 – 2010 LTSP 2010 – 2013
             
  Tranche 2009 Tranche 2010 Tranche 2010 Tranche 2011 Tranche 2012 Tranche 2013
             
Laufzeit 6 Jahre 6 Jahre 7 Jahre 7 Jahre 7 Jahre 7 Jahre
Sperrfrist (Erdienungszeitraum) 3 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 4 Jahre 4 Jahre 4 Jahre
Haltefrist für Eigeninvestment-Aktien 01.02.2013 01.02.2013 31.01.2017 31.01.2017 31.01.2017 31.01.2017
Basiskurs der LANXESS Aktie 12,86 € 27,28 € 27,28 € 55,60 € 44,54 € 63,25 €
Basiskurs des Index
Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM
317,39 Punkte 432,44 Punkte 432,44 Punkte 564,17 Punkte 533,45 Punkte 665,98 Punkte
Beizulegender Zeitwert pro Anrecht
zum 31.12.2012
2,00 € 2,00 € 1,81 € 0,55 € 0,71 €
Beizulegender Zeitwert pro Anrecht
zum 31.12.2013
0,90 € 0,92 € 0,15 € 0,26 € 0,25 €
Entwicklung der Anzahl ausstehender Anrechte            
Ausstehende Anrechte am 01.01.2013 126.794 11.852.462 10.232.882 11.213.452 12.276.066
Gewährte Anrechte 13.361.266
Ausgeübte Anrechte 126.794 11.842.574
Abgegoltene Anrechte 624.480 457.203 440.234 351.374
Verwirkte Anrechte 82.882 262.705 303.256 234.894
Ausstehende Anrechte am 31.12.2013 0 9.888 9.525.520 10.493.544 11.532.576 12.774.998
 

Zum Jahresende 2013 notierte die LANXESS Aktie bei 48,48 € und der Vergleichsindex bei 755,72 Punkten.

Da die beizulegenden Zeitwerte der Anrechte, die bereits zum Jahresanfang bestanden, deutlich zurückgegangen sind, ergab sich im Geschäftsjahr 2013 ein Nettoertrag aus der anteilsbasierten Vergütung von 3 Mio. € (Vorjahr: 27 Mio. € Aufwand). Die Ausübungen der Tranchen 2009 und 2010 erfolgten zum Maximalwert. Zum 31. Dezember 2013 ergibt sich eine Rückstellung in Höhe von 12 Mio. € (Vorjahr: 41 Mio. €). Hiervon entfallen 0 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) auf den inneren Wert von zum Bilanzstichtag ausübbaren Anrechten.

LANXESS Aktienplan

Hierbei handelt es sich um ein Belegschaftsaktienprogramm, in dessen Rahmen Mitarbeiter LANXESS Aktien mit einem Kursabschlag von 50 % je Aktie erwerben konnten. Im Geschäftsjahr 2013 wurde im Rahmen dieses Programms der Erwerb von 225.419 LANXESS Aktien durch Mitarbeiter gefördert (Vorjahr: 165.446 Aktien). Die erworbenen Aktien unterliegen einer dreijährigen Veräußerungssperre. Da die Zuteilung der Aktien an keine weiteren Bedingungen geknüpft ist, wurde der sich aus dem Kursabschlag ergebende Effekt sofort ergebniswirksam erfasst. Im Geschäftsjahr 2013 resultierte ein Aufwand von 5 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €). Die Teilnahme an diesem Programm berechtigt nicht zu entsprechenden Leistungen in der Zukunft.

Rückstellungen für Umweltschutz

Das Geschäft des LANXESS Konzerns unterliegt weitreichenden rechtlichen Vorgaben in allen Ländern, in denen seine geschäftlichen Aktivitäten stattfinden. So kann die Einhaltung von Gesetzen, die den Schutz der Umwelt betreffen, dazu führen, dass der Konzern an diversen Standorten die Auswirkungen der Emission oder Ablagerung von Chemikalien beseitigen oder auf ein Minimum beschränken muss. Einige dieser Gesetze führen dazu, dass ein Unternehmen, das gegenwärtig oder in der Vergangenheit Eigentümer eines Standorts war oder dort Anlagen betrieben hat, entschädigungspflichtig gemacht wird für die Kosten, die dadurch entstehen, dass gefährliche Substanzen aus dem Boden oder Grundwasser eines Grundstücks oder benachbarter Flächen beseitigt oder unschädlich gemacht werden. Dabei kann die Entschädigungspflicht unabhängig davon gegeben sein, ob der Eigentümer oder Anlagenbetreiber von einer Kontamination wusste oder ob er sie selbst verursacht hat. Des Weiteren ist oft auch nicht entscheidend, ob eine Kontamination zu dem Zeitpunkt, zu dem sie ursprünglich verursacht wurde, gesetzlich zulässig war oder nicht. Da viele der Produktionsstandorte von LANXESS schon seit langer Zeit industriell genutzt werden, ist es nicht immer möglich, genau zu bestimmen, welche Auswirkungen derartige Vorgänge in Zukunft auf den LANXESS Konzern haben werden.

Als einem Unternehmen der chemischen Industrie kann deshalb bei LANXESS nicht ausgeschlossen werden, dass es in der Vergangenheit an Standorten Verunreinigungen des Bodens und des Grundwassers gegeben hat. Hieraus möglicherweise resultierende Ansprüche könnten von staatlichen Regulierungsbehörden sowie von privaten Organisationen und Personen geltend gemacht werden. Dabei ginge es dann um die Sanierung von Standorten und Flächen, die im Eigentum des LANXESS Konzerns stehen, an denen Produkte von Dritten im Rahmen von Lohnfertigungsvereinbarungen produziert wurden oder an denen Abfälle aus Produktionsanlagen des LANXESS Konzerns behandelt, gelagert oder entsorgt wurden.

Potenzielle Verbindlichkeiten aus Untersuchungs- und Sanierungskosten bestehen bei einer Reihe von Standorten unter anderem aufgrund der allgemein als „Superfund“ bezeichneten besonderen Regelungen des US-amerikanischen Umweltschutzrechts. An US-Standorten sind zahlreiche Unternehmen, darunter auch LANXESS, davon in Kenntnis gesetzt worden, dass US-amerikanische Behörden sowie Privatpersonen davon ausgehen, dass die betreffenden Gesellschaften möglicherweise nach dem Superfund oder ähnlichen Vorgaben für Sanierungsmaßnahmen verantwortlich sind. An manchen Standorten ist LANXESS möglicherweise der einzige Verantwortliche. An den meisten in diesem Zusammenhang relevanten Standorten ist der Sanierungsprozess bereits eingeleitet.

Die bestehenden Umweltschutzrückstellungen betreffen vor allem die Sanierung von kontaminierten Standorten, die Nachrüstung von Deponien sowie Rekultivierungs- und Wasserschutzmaßnahmen. Die Umweltschutzrückstellungen werden durch Diskontierung des Betrags der erwarteten Inanspruchnahme ermittelt, soweit Umweltuntersuchungen oder Sanierungsmaßnahmen wahrscheinlich sind, die Kosten hinreichend zuverlässig geschätzt werden können und kein zukünftiger Nutzen aus diesen Maßnahmen erwartet wird. Für die Kostenschätzungen signifikante Faktoren sind z. B. bisherige Erfahrungen in vergleichbaren Fällen, Gutachten zu Umweltmaßnahmen, die gegenwärtigen Kosten und neue, die Kosten beeinflussende Entwicklungen, unsere Interpretation der gegenwärtigen Umweltschutzgesetze und -verordnungen, die Anzahl und die finanzielle Situation der Drittunternehmen, die an den verschiedenen Standorten angesichts einer gemeinsamen Haftung ebenfalls zu Kostenerstattungen herangezogen werden können, sowie die Sanierungsmethoden, die voraussichtlich eingesetzt werden.

Es ist schwierig, die künftigen Kosten von Umweltschutz- und Sanierungsmaßnahmen abzuschätzen, insbesondere angesichts der vielen Unsicherheiten, die bezüglich der rechtlichen Vorgaben und der Informationen über die Verhältnisse in den verschiedenen Ländern und Standorten bestehen. In Anbetracht dieser Situation sowie unter Berücksichtigung seiner bisherigen Erfahrungen mit ähnlichen Maßnahmen geht LANXESS davon aus, dass die vorhandenen Rückstellungen – auf der Grundlage der heute vorhandenen Informationen – ausreichend sind. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass über die zurückgestellten Beträge hinaus zusätzliche Kosten anfallen werden. Solche zusätzlichen Kosten würden, wenn sie überhaupt anfallen, nach Einschätzung des Unternehmens keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.

Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr

Die Rückstellungen betreffen insbesondere solche für Rabattverpflichtungen, Kundenboni, Produktrücknahmen, ausstehende Eingangsrechnungen sowie drohende Verluste bzw. belastende Verträge.

Rückstellungen für Restrukturierung

Die Rückstellungen für Restrukturierung von 58 Mio. € (Vorjahr: 45 Mio. €) zum 31. Dezember 2013 entfallen mit 38 Mio. € (Vorjahr: 27 Mio. €) auf Rückstellungen für Abfindungen und sonstige Personalkosten sowie mit 20 Mio. € (Vorjahr: 18 Mio. €) auf Rückstellungen für Abrisskosten und sonstige Aufwendungen.

Übrige sonstige Rückstellungen

Die übrigen sonstigen Rückstellungen enthalten insbesondere Rückstellungen für Gewährleistungen und Produkthaftung sowie Rückstellungen für sonstige Verbindlichkeiten. Sofern Rückstellungen für Entsorgungsverpflichtungen nicht unter den Rückstellungen für Umweltschutz oder sofern Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten nicht in einer anderen sonstigen Rückstellungskategorie erfasst wurden, werden diese ebenfalls in den übrigen sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.