(13) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Im LANXESS Konzern bestehen für die meisten Mitarbeiter auf Basis vertraglicher Vereinbarungen oder gesetzlicher Vorgaben Zusagen auf Altersversorgungsleistungen, die im Rahmen von beitrags- und leistungsorientierten Plänen erbracht werden.

Beitragsorientierte Versorgungspläne

Bei den beitragsorientierten Plänen zahlt das Unternehmen Beiträge an externe Versorgungsträger, die als Aufwand des jeweiligen Jahres in den Funktionsbereichen und damit im operativen Ergebnis Berücksichtigung finden. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Im Geschäftsjahr 2013 wurden Beiträge in Höhe von 49 Mio. € (Vorjahr: 54 Mio. €) geleistet.

Gemeinschaftliche Pläne mehrerer Arbeitgeber

Der in Deutschland über die Bayer-Pensionskasse finanzierte Altersversorgungsplan wird wie ein beitragsorientierter Plan im Konzernabschluss berücksichtigt. In den oben genannten Beiträgen sind die Beiträge an die Bayer-Pensionskasse in Höhe von 28 Mio. € (Vorjahr: 28 Mio. €) enthalten. Für das nachfolgende Geschäftsjahr werden Beiträge in ähnlicher Höhe erwartet.

Bei der Bayer-Pensionskasse handelt es sich um eine rechtlich selbstständige, private Versicherungsgesellschaft, die dem Versicherungsaufsichtsgesetz unterliegt. Da die Verpflichtung der Trägerunternehmen nicht auf die Zahlung der Beiträge des Geschäftsjahres beschränkt ist, liegt ein leistungsorientierter gemeinschaftlicher Versorgungsplan mehrerer Arbeitgeber vor, der grundsätzlich anteilig als leistungsorientierter Altersversorgungsplan zu bilanzieren ist.

Die Finanzierung der Bayer-Pensionskasse erfolgt nicht auf Grundlage der individuellen Anwartschaftsdeckung, sondern nach dem sogenannten Bedarfsdeckungsverfahren. Bei diesem Verfahren wird die grundlegende versicherungsmathematische Äquivalenzbetrachtung, nach der die Summe aus vorhandenem Vermögen und dem Barwert der zukünftigen Beiträge mindestens dem Barwert der zukünftigen Leistungen entsprechen muss, nicht auf Ebene des einzelnen versicherten Risikos, sondern auf Ebene des Gesamtbestands durchgeführt. Somit ist der LANXESS Konzern auch den versicherungsmathematischen Risiken der anderen Trägerunternehmen der Bayer-Pensionskasse ausgesetzt. Im Ergebnis ist die stetige und verlässliche Grundlage für die Zuordnung der Verpflichtung, des Planvermögens und der Kosten nicht gegeben, die für eine leistungsorientierte Bilanzierung nach IAS 19 erforderlich ist. Die Berechnung der Beitragssätze orientiert sich an der zukünftigen Deckung der Gesamtverpflichtung, so dass alle Trägerunternehmen den gleichen Beitragssatz auf das jeweilige sozialversicherungspflichtige Einkommen leisten. Entsprechend wird der über die Bayer-Pensionskasse finanzierte Versorgungsplan nicht als leistungsorientierter Plan, sondern wie ein beitragsorientierter Plan bilanziert.

Mindestdotierungsverpflichtungen oder Informationen, aus denen Abschätzungen der zukünftigen Beitragszahlungen aufgrund einer bestehenden Unter- bzw. Überdeckung durchgeführt werden können, liegen nicht vor. Eine Aufteilung von Vermögensüberdeckungen oder von Fehlbeträgen im Falle der Abwicklung der Bayer-Pensionskasse oder des Ausscheidens von LANXESS sind satzungsgemäß nicht vereinbart.

Der Anteil von LANXESS am Gesamtvolumen der Beiträge der Bayer-Pensionskasse hat sich zum Vorjahr nicht verändert und beträgt ca. 17 %. Seit dem 1. Januar 2005 ist die Bayer-Pensionskasse für Neueintritte geschlossen.

Leistungsorientierte Versorgungspläne

Die weltweiten Versorgungsverpflichtungen werden in regelmäßigen Abständen von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Gutachter unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode (Methode der laufenden Einmalprämien) berechnet. Ein Zeitraum von drei Jahren wird dabei nicht überschritten; für alle bedeutenden Versorgungspläne werden umfassende versicherungsmathematische Untersuchungen in der Regel jährlich durchgeführt.

Auf vertraglichen Regelungen basierende leistungsorientierte Versorgungsverpflichtungen für Pensionen bestehen im Wesentlichen in Deutschland, Kanada und Brasilien.

Die in Deutschland bestehenden leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen umfassen überwiegend lebenslange Rentenleistungen, die im Falle der Invalidität, des Todes oder bei Erreichen der Altersgrenze erbracht werden. Die Leistungshöhe bestimmt sich aus der Gesamtheit der im Beschäftigungszeitraum jährlich erdienten Rentenbausteine in Abhängigkeit vom jeweiligen Gehalt der Mitarbeiter. Zudem bestehen Rentenzusagen für die arbeitnehmerseitige Umwandlung von Gehaltsbestandteilen, die bei Erreichen der Altersgrenze geleistet werden. Neben den Direktzusagen werden in einem separaten leistungsorientierten Plan die Rentenanpassungsverpflichtungen der Bayer-Pensionskasse entsprechend § 16 BetrAVG bilanziert.

Die leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen in Kanada gewähren insbesondere lebenslange Rentenleistungen, die im Falle der Invalidität, des Todes oder bei Erreichen der Altersgrenze erbracht werden. Die Leistungshöhe bestimmt sich aus der Gesamtheit der im Beschäftigungszeitraum jährlich erdienten Rentenbausteine in Abhängigkeit vom jeweiligen Gehalt und vom Renteneintrittsalter der Mitarbeiter. Die bestehenden leistungsorientierten Versorgungspläne für Pensionen sind für neueintretende Mitarbeiter teilweise geschlossen.

Die in Brasilien bestehenden leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen gewähren lebenslange Rentenleistungen, die im Wesentlichen bei Invalidität, im Todesfall oder bei Erreichen der Altersgrenze zu erbringen sind. Hierbei bestimmt sich die Leistungshöhe aus der Gesamtheit der im Beschäftigungszeitraum jährlich erdienten Rentenbausteine in Abhängigkeit vom jeweiligen Gehalt, der Anzahlsozialversicherungspflichtiger Beitragsjahre sowie gleichgerichteter staatlicher Rentenleistungen. Die wesentlichen leistungsorientierten Versorgungspläne für Pensionen sind für Neueintritte geschlossen.

Auf gesetzlichen Vorgaben basierende leistungsorientierte Versorgungsverpflichtungen für Pensionen bestehen nur in geringem Umfang. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Leistungsverpflichtungen im Fall der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die in Form eines Kapitalbetrags erbracht werden. Die Leistungshöhe ergibt sich überwiegend in Abhängigkeit von der Dauer der Dienstzugehörigkeit und dem zuletzt bezogenen Gehalt.

Die Versorgungsverpflichtungen für übrige Leistungszusagen umfassen insbesondere Erstattungsverpflichtungen für Krankheitskosten der süd- und nordamerikanischen Mitarbeiter nach Eintritt in den Ruhestand. In Deutschland beinhalten die übrigen Leistungszusagen andere langfristige fällige Leistungen an Arbeitnehmer bzw. Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Hierbei handelt es sich überwiegend um Vorruhestandsleistungen und tarifliche Leistungen, welche als Rentenleistungen gewährt werden. Aufgrund ihres Versorgungscharakters werden die übrigen Leistungszusagen ebenfalls als Bestandteil der Pensionsrückstellungen berücksichtigt.

Die Finanzierung der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen erfolgt sowohl intern über Rückstellungen als auch extern über rechtlich selbstständige Pensionsfonds. Die Leistungszusagen werden in Deutschland auf freiwilliger Basis teilweise über den LANXESS Pension Trust e.V., Leverkusen (Deutschland), gedeckt, wobei die Dotierungen in den LANXESS Pension Trust e.V. von zukünftigen Entscheidungen des Unternehmens abhängen. In Kanada und Brasilien sind die Leistungszusagen aus Pensionen verpflichtend über Pensionsfonds im Wesentlichen ausfinanziert. Die Dotierungen in Kanada und Brasilien werden vom regulatorischen Umfeld und von der Einhaltung von Ausfinanzierungsregelungen bestimmt. Beiträge werden überwiegend vom Arbeitgeber getragen. Die Anlagestrategie wird weitgehend durch das LANXESS Corporate Pension Committee festgelegt und richtet sich nach Kapitalerhalt, Risikooptimierung, Verpflichtungsentwicklung sowie zeitgerechter Verfügbarkeit des Pensionsvermögens. Regional wird die Strategie unter Beachtung des regulatorischen Umfelds überwiegend direkt über die entsprechenden Gremien der Pensionsfonds bzw. des LANXESS Pension Trust e.V. durch Vertreter von LANXESS gesteuert und überwacht. In Brasilien ist die Anlage des Planvermögens in die Gesamtanlagestrategie des Pensionsfonds eingebunden und wird im Wesentlichen von diesem überwacht und gesteuert.

Mindestdotierungsverpflichtungen können sowohl bei brasilianischen wie auch kanadischen leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen anfallen. Diese hängen vom lokalen regulatorischen Umfeld ab und werden als zusätzliche Pensionsrückstellungen berücksichtigt. Planüberschüsse bei leistungsorientierten Versorgungsplänen werden unter Berücksichtigung von Vermögenswertbegrenzungen in Höhe der wirtschaftlichen Nutzbarkeit zur Reduktion zukünftiger Beiträge als Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen bilanziert. Hierunter fallen im Wesentlichen leistungsorientierte Versorgungspläne in Brasilien. Den jeweiligen Berechnungen liegen versicherungsmathematische Bewertungen zugrunde.

Anpassungen durch die Anwendung der überarbeiteten Fassung von IAS 19 sind im Abschnitt „Angewendete Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen“ erläutert.

Insgesamt wurden im Geschäftsjahr Aufwendungen in Höhe von 106 Mio. € (Vorjahr: 63 Mio. €) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen im Gewinn oder Verlust erfasst, die sich auf das operative Ergebnis und auf das Finanzergebnis wie folgt aufteilen:

Kosten für leistungsorientierte Versorgungspläne im Geschäftsjahr
 
in Mio. € Leistungszusagen
Pensionen
Leistungszusagen
Übrige
         
  2012 2013 2012 2013
         
Operatives Ergebnis        
Laufender Dienstzeitaufwand 27 34 11 36
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 17 – 9
Gewinne und Verluste aus Abgeltungen – 1 0
Kosten für die Verwaltung/Steuern 1 1 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung finanzieller Bewertungsannahmen 1 0
Finanzergebnis        
Nettozinsen 17 22 7 5
Im Gewinn oder Verlust erfasste Beträge 44 74 19 32
Vorjahreswerte angepasst

Die Verwaltungskosten im operativen Ergebnis enthalten diejenigen Kosten der Vermögensanlage, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Erwirtschaftung von Planvermögenserträgen stehen. Verwaltungskosten, die in direktem Zusammenhang mit der Erwirtschaftung von Planvermögenserträgen stehen, werden im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste beziehen sich auf andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer bzw. Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die aufgrund ihres Versorgungscharakters ebenfalls unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen sind.

Die Nettozinsen umfassen die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Versorgungsverpflichtungen, die Zinsaufwendungen aus der Veränderung der Auswirkungen von Vermögensobergrenzen und Mindestdotierungen sowie Zinserträge aus dem Planvermögen.

Die im Geschäftsjahr nicht im Gewinn oder Verlust, sondern im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge sind aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge im Geschäftsjahr
 
in Mio. € Leistungszusagen
Pensionen
Leistungszusagen
Übrige
         
  2012 2013 2012 2013
         
Erträge aus Planvermögen unter Ausschluss von Beträgen, die in den Zinsen enthalten sind – 13 – 45 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung demografischer Bewertungsannahmen 0 0 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung finanzieller Bewertungsannahmen – 291 101 0 7
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus erfahrungsbedingten Berichtigungen – 17 – 37 5 4
Veränderung der Auswirkungen für Vermögensobergrenzen 52 – 61
Veränderung der Berücksichtigung von Mindestdotierungsverpflichtungen 49 – 2
Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge – 220 – 44 5 11
Vorjahreswerte angepasst

Die Entwicklung der Nettoschuld für leistungsorientierte Versorgungspläne ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

Entwicklung der Nettoschuld im Geschäftsjahr
 
in Mio. € Leistungszusagen
Pensionen
Leistungszusagen
Übrige
         
  2012 2013 2012 2013
         
Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen zu Beginn des Jahres 472 708 122 121
Im Gewinn oder Verlust erfasste Beträge 44 74 19 32
Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge 220 44 – 5 – 11
Arbeitgeberbeiträge – 20 – 13 – 1 0
Gezahlte Versorgungsleistungen – 18 – 21 – 11 – 10
Unternehmenszusammenschlüsse und Veräußerungen 3 1 0 0
Währungsänderungen 7 4 – 3 – 8
Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen zum Ende des Jahres 708 797 121 124
In der Bilanz ausgewiesene Beträge        
Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen – 64 – 22
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 772 819 121 124
Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen zum Ende des Jahres 708 797 121 124
Vorjahreswerte angepasst

Die Bestandteile der Überleitung der Nettoschuld werden in den nachfolgenden Tabellen der Entwicklung der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen, des externen Planvermögens und der Auswirkungen von Vermögensobergrenzen und Mindestdotierungen aufgegliedert und wesentliche Veränderungen erläutert.

Die Entwicklung der Versorgungsverpflichtung stellt sich wie folgt dar:

Entwicklung der Versorgungsverpflichtung im Geschäftsjahr
 
in Mio. € Leistungszusagen
Pensionen
Leistungszusagen
Übrige
         
  2012 2013 2012 2013
         
Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen        
Versorgungsverpflichtung zu Beginn des Jahres 1.534 1.854 126 125
Laufender Dienstzeitaufwand 27 34 11 36
Zinsaufwendungen 92 90 7 5
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung demografischer Bewertungsannahmen 0 0 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung finanzieller Bewertungsannahmen 291 – 101 1 – 7
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus erfahrungsbedingten Berichtigungen 17 37 – 5 – 4
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 17 – 9
Gewinne und Verluste aus Abgeltungen – 4 0
Arbeitnehmerbeiträge 2 1
Gezahlte Versorgungsleistungen – 69 – 70 – 12 – 10
Gezahlte Abgeltungen
Unternehmenszusammenschlüsse und Veräußerungen 4 1
Sonstige Zugänge 33
Kosten für die Verwaltung/Steuern 0 0 0 0
Währungsänderungen – 40 – 109 – 3 – 8
Versorgungsverpflichtung zum Ende des Jahres 1.854 1.787 125 128
Vorjahreswerte angepasst

Von den leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen entfallen auf Deutschland 56 % (Vorjahr: 50 %), auf Kanada 22 % (Vorjahr: 25 %) und auf Brasilien 17 % (Vorjahr: 21 %).

Die übrigen Leistungszusagen enthalten Verpflichtungen für Erstattungsleistungen von Krankheitskosten in Höhe von 63 Mio. € (Vorjahr: 89 Mio. €) sowie für andere übrige Leistungszusagen in Höhe von 65 Mio. € (Vorjahr: 36 Mio. €).

Die Veränderungen der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus finanziellen Bewertungsannahmen stehen überwiegend im Zusammenhang mit den Änderungen der Zinssätze für die Abzinsung leistungsorientierter Versorgungsverpflichtungen in den für LANXESS wesentlichen Ländern.

Die Veränderung des nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands bei den Leistungszusagen Pensionen sowie des laufenden Dienstzeitaufwands bei den übrigen Leistungszusagen ist überwiegend auf das Kosteneinsparungsprogramm „Advance“ in Deutschland zurückzuführen und betrifft Vorruhestandsvereinbarungen sowie die Verbesserung bestehender Versorgungszusagen bei Eintritt in den Vorruhestand. Bei den übrigen Leistungszusagen ergibt sich gegenläufig ein negativer nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand in den USA durch die neuen regulatorischen Regelungen zur Absicherung der medizinischen Versorgung.

Der Gewinn aus der Planabgeltung des Vorjahres betraf die Schließung eines leistungsorientierten Pensionsplans in den Niederlanden.

Die sonstigen Zugänge im Geschäftsjahr resultieren im Wesentlichen daraus, dass die bisher bestehenden beitragsorientierten Versorgungspläne in Belgien nun als leistungsorientierte Versorgungspläne zu qualifizieren sind. Hintergrund ist das Absinken der Garantiezinssätze der Versicherungsunternehmen unter die gesetzlich vorgeschriebene Mindestverzinsung für Beiträge bezüglich betrieblicher Altersversorgung.

Die Währungsänderungen bei den leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen sind insbesondere auf Kursschwankungen des Kanadischen Dollar und des Brasilianischen Real zurückzuführen.

Die Entwicklung des externen Planvermögens ist in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

Entwicklung des externen Planvermögens im Geschäftsjahr
 
in Mio. € Leistungszusagen
Pensionen
Leistungszusagen
Übrige
         
  2012 2013 2012 2013
         
Planvermögen zum beizulegenden Zeitwert        
Planvermögen zu Beginn des Jahres 1.156 1.146 4 4
Zinserträge 82 68 0 0
Erträge aus Planvermögen unter Ausschluss von Beträgen, die in den Zinsen enthalten sind – 13 – 45 0 0
Gewinne und Verluste aus Abgeltungen – 3
Arbeitgeberbeiträge 20 13 1 0
Arbeitnehmerbeiträge 2 1
Gezahlte Versorgungsleistungen – 51 – 49 – 1 0
Gezahlte Abgeltungen
Unternehmenszusammenschlüsse und Veräußerungen 1
Sonstige Zugänge 33
Kosten für die Verwaltung/Steuern – 1 – 1 0 0
Währungsänderungen – 47 – 120 0 0
Planvermögen zum Ende des Jahres 1.146 1.046 4 4
Vorjahreswerte angepasst

Vom Planvermögen entfallen auf Kanada 37 % (Vorjahr: 38 %), auf Brasilien 36 % (Vorjahr: 40 %) und auf Deutschland 20 % (Vorjahr: 18 %).

Der Verlust aus der Planabgeltung im Vorjahr betrifft die Schließung eines leistungsorientierten Pensionsplans in den Niederlanden. Hieraus ergaben sich keine Mittelabflüsse an Dritte.

Die sonstigen Zugänge ergeben sich aus der Umqualifizierung von beitragsorientierten Versorgungsplänen in leistungsorientierte Pläne in Belgien.

Die Arbeitgeberbeiträge enthalten sowohl externe Ausfinanzierungen von Pensionsverpflichtungen, bei denen LANXESS Erstattungsansprüche für zu leistende Rentenzahlungen zustehen, wie auch externe Ausfinanzierungen von Pensionsverpflichtungen, bei denen die späteren Rentenzahlungen direkt aus dem externen Pensionsvermögen erfolgen.

Externe Ausfinanzierungen, bei denen die späteren Rentenzahlungen direkt aus dem externen Pensionsvermögen erfolgen, bestehen insbesondere im Ausland und wurden in Höhe von 13 Mio. € (Vorjahr: 21 Mio. €) getätigt. Externe Ausfinanzierungen, bei denen LANXESS Erstattungsansprüche zustehen betreffen insbesondere den LANXESS Pension Trust e.V. Ausfinanzierungen in den LANXESS Pension Trust e.V. wurden weder im aktuellen Geschäftsjahr noch im Vorjahr geleistet.

Die Währungsänderungen beim Planvermögen sind insbesondere auf Kursschwankungen des Kanadischen Dollar und des Brasilianischen Real zurückzuführen.

Die Veränderung der Auswirkungen für Vermögensobergrenzen sowie für Mindestdotierungen ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle:

Veränderung der Auswirkungen für Vermögensobergrenzen und für
Mindestdotierungen bei leistungsorientierten Versorgungsplänen im Geschäftsjahr
 
in Mio. € Auswirkungen für
Vermögensobergrenzen
Mindestdotierungen
         
  2012 2013 2012 2013
         
Stand zu Beginn des Jahres 48 0 46 0
Zinsaufwendungen 5 0 2 0
Zuführungen (+) / Auflösungen (–) – 52 61 – 49 2
Währungsänderungen – 1 – 7 1 0
Stand zum Ende des Jahres 0 54 0 2
Vorjahreswerte angepasst

Die Veränderungen der Auswirkungen für Vermögensobergrenzen stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit brasilianischen und die Veränderungen bei Mindestdotierungen im Zusammenhang mit kanadischen leistungsorientierten Versorgungsplänen für Pensionen.

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens setzt sich folgendermaßen zusammen:

Vermögensaufteilung zum 31.12.
 
in Mio. € 2012 2013
     
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 75 69
davon notiert an einem aktiven Markt 75 69
Eigenkapitalinstrumente 260 231
davon notiert an einem aktiven Markt 132 120
Staatsanleihen 439 245
davon notiert an einem aktiven Markt 439 245
Unternehmensanleihen 258 372
davon notiert an einem aktiven Markt 182 304
Wertpapierfonds 47 35
davon notiert an einem aktiven Markt 12 16
Immobilien 28 27
Versicherungskontrakte 28 55
Sonstiges 15 16
  1.150 1.050
 

Das Planvermögen umfasst keine selbstgenutzten Immobilien und grundsätzlich keine eigenen Finanzinstrumente. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass in Indexprodukten Wertpapiere von LANXESS enthalten sind.

Bei der Ermittlung des Verpflichtungsumfangs und der Bestimmung des Versorgungsaufwands wurden folgende wesentliche gewichtete Bewertungsparameter zugrunde gelegt:

Bewertungsannahmen zum 31.12.
 
in % Leistungszusagen
Pensionen
Leistungszusagen
Übrige
         
  2012 2013 2012 2013
         
Zinssatz für die Abzinsung 5.1 5.3 4.4 4
Deutschland 3.8 3.8 1.5 1.4
Kanada 4.3 4.5 4.3 4.8
Brasilien 9.7 12.3 9.7 12.3
Erwartete Einkommensentwicklung 3.6 3.4 3.7 3.2
Erwartete Rentenentwicklung 2.4 2.2
Erwartete Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung 7.9 7.3
Erwartete langfristige Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung 5.3 5.2
Vorjahreswerte angepasst

Die Gewichtung der Annahmen erfolgt auf Basis der Versorgungsverpflichtungen der leistungsorientierten Versorgungspläne am Jahresende. Während die Zinssätze für die Abzinsung in Deutschland und Kanada von erstrangigen festverzinslichen laufzeitkongruenten Industrieanleihen abgeleitet sind, orientiert sich der Zinssatz in Brasilien aufgrund des fehlenden liquiden Marktes für solche Industrieanleihen an laufzeitkongruenten Staatsanleihen. Die Methodik zur Herleitung der Zinssätze für die Abzinsung hat sich im Vergleich zum Vorjahr in den wesentlichen Ländern nicht verändert.

Es wird erwartet, dass die langfristige Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung in 13 Jahren (Vorjahr: 11 Jahren) erreicht ist.

Als biometrische Grundlagen wurden für die Bewertung der inländischen Versorgungsverpflichtungen die Richttafeln Heubeck 2005 G verwendet; bei den ausländischen Konzerngesellschaften wurden aktuelle landesspezifische biometrische Annahmen zugrunde gelegt.

Eine Veränderung der wesentlichen Bewertungsparameter würde zu folgenden prozentualen Veränderungen der Versorgungsverpflichtung führen:

Sensitivitäten auf die Versorgungsverpflichtung zum 31.12.2013
 
in % Leistungszusagen
Pensionen
Leistungszusagen
Übrige
     
Zinssatz für die Abzinsung    
+0,5 %-Punkte – 8,1 – 3,3
–0,5 %-Punkte 8,7 3,7
Erwartete Einkommensentwicklung    
+0,25 %-Punkte 0,5 0,2
–0,25 %-Punkte – 0,4 – 0,2
Erwartete Rentenentwicklung    
+0,25 %-Punkte 3,6
–0,25 %-Punkte – 3,2
Sterbewahrscheinlichkeit    
–10 % 2,7 3,2
Erwartete Kostensteigerung im Bereich    
der medizinischen Versorgung    
+1 %-Punkte 3,7
–1 %-Punkte – 3,4
 

Die Sensitivität der Sterbewahrscheinlichkeit wurde für die Länder mit wesentlichen Versorgungsverpflichtungen berechnet. Eine Verminderung der Sterbewahrscheinlichkeit führt zu einer erhöhten individuellen Lebenserwartung der Begünstigten. Die Absenkung um 10 % bedeutet für einen Mitarbeiter im Renteneintrittsalter eine durchschnittliche Erhöhung der Lebenserwartung in den für LANXESS wesentlichen Ländern um ca. ein Jahr.

Bei den Berechnungen der Sensitivitäten wird der jeweilige Bewertungsparameter unter Beibehaltung aller anderen Parameter variiert. Hierbei wird die gleiche Bewertungsmethodik angewandt, die auch den versicherungsmathematischen Bewertungen zur Ermittlung der Versorgungsverpflichtungen zugrunde liegt. Sensitivitätsberechnungen sind jedoch abhängig vom Zinseffekt und von der absoluten Veränderung des zu variierenden Parameters. Zudem ist unwahrscheinlich, dass sich in der Realität jeweils nur ein Parameter verändert, so dass Parameteränderungen mit anderen Annahmen korrelieren können. Sofern der angegebenen erwarteten Entwicklung des Parameters in der Sensitivitätsberechnung eine andere Variation des Parameters zugrunde lag, wurde die angegebene Veränderung auf die Versorgungsverpflichtung linear approximiert.

Die gewichtete mittlere Laufzeit für die leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen Pensionen beträgt 16 Jahre (Vorjahr: 16 Jahre). Hierbei werden gewichtete mittlere Laufzeiten für Deutschland von 20 Jahren (Vorjahr: 21 Jahre), für Kanada von 11 Jahren (Vorjahr: 10 Jahre) und für Brasilien von 12 Jahren (Vorjahr: 11 Jahre) berücksichtigt. Die gewichtete mittlere Laufzeit für die übrigen Leistungszusagen beträgt 9 Jahre (Vorjahr: 11 Jahre).

Der Finanzierungsstatus als Unter- bzw. Überdeckung der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen nach Abzug des Planvermögens ohne Berücksichtigung von Vermögenswertbegrenzungen und Mindestdotierungen ist in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

Finanzierungsstatus zum 31.12.
 
in Mio. € Leistungszusagen
Pensionen
Leistungszusagen
Übrige
         
  2012 2013 2012 2013
         
Finanzierungsstatus        
Anwartschaftsbarwert der fondsfinanzierten Versorgungsverpflichtungen 1.579 1.497 8 12
Externes Planvermögen – 1.146 – 1.046 – 4 – 4
Unterdeckung der fondsfinanzierten Versorgungsverpflichtungen 433 451 4 8
Anwartschaftsbarwert der nicht fondsfinanzierten Versorgungsverpflichtungen 275 290 117 116
Finanzierungsstatus zum Ende des Jahres 708 741 121 124
 

Für das Geschäftsjahr 2014 wird auf Basis der Wechselkurse zum Ende des Geschäftsjahres 2013 ein Zahlungsabfluss für Beiträge in Pensionsfonds bzw. Rentenzahlungen in Höhe von 38 Mio. € erwartet.